Frauen reagieren stärker auf „Kindchen-Schema“

Lesedauer: 2 Min
Deutsche Presse-Agentur

Das „Kindchen-Schema“ mit großen Kulleraugen, rundem Kopf und hoher Stirn ist bei Frauen entscheidender für Fürsorge-Instinkte als bei Männern.

Das habe die Verhaltensbiologin Melanie Glocker bei ihrer Doktorarbeit an der Universität Münster herausgefunden, teilte die Hochschule am Donnerstag mit. Sie veränderte die Fotos von 17 Baby-Gesichtern und schuf damit eine Abstufung von hohen bis niedrigen Kindchen-Schema-Werten.

44 Testpersonen bekamen diese Aufnahmen zu sehen und sollten äußern, ob das Bild bei ihnen Impulse weckt, sich um das Kind kümmern. „Frauen sind eher bereit, sich um die "süßeren" Kinder stärker zu kümmern als um die "durchschnittlichen". Bei Männern ändert sich das Verhalten nicht“, berichtete Glocker laut Mitteilung. Die Studie ist im Fachjournal „Ethology“ erschienen.

Glocker hatte ihre Untersuchungen an der Universität von Pennsylvania in den USA zuerst mit 62 Studenten gestartet. In diesem ersten Durchgang ging es zunächst darum, Niedlichkeit zu bewerten. Sowohl weibliche als auch männliche Versuchspersonen fanden die Gesichter mit hohen Kindchenschemawerten niedlicher als die Gesichter mit durchschnittlichen und niedrigen Kindchen-Schemawerten. In einer weiteren Testreihe hatte die Forscherin dann die Fürsorge abgefragt.

Auf das vom Verhaltensforscher Konrad Lorenz (1903-1989) beschriebene Kindchenschema - rundes Gesicht, große Augen, hohe Stirn, kleine Nase, kleiner Mund - reagieren Menschen über alle Kulturen und Altersklassen hinweg. Der Schlüsselreiz lässt Kinder, die stärker dem Muster entsprechen, niedlicher erscheinen.

Internet: www.ethologie.de

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen