Franz Ferdinand von A bis Z

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Deutsche Presse-Agentur

Am 22. Mai 2002 spielten sie ihren ersten Gig, in der Wohnung von Celia Hampton, einer Studentin an der Glasgow School of Art. Achtzig Neugierige drängten sich zusammen, um diese brandneue Band zu hören, über die schon einige Gerüchte kursierten.

Der Abend wurde ein Erfolg, obwohl Franz Ferdinand nur vier Songs spielten, „Take Me Out“, „Auf Achse“, „Michael“ und „For Blood“, und die gleich zweimal hintereinander. „Das war im Wesentlichen unser Set, aber die Leute fingen an zu tanzen, und da dämmerte uns, dass wir wohl irgendetwas richtig machten“, erinnert sich einer der Musiker.

Anfang 2004 erschien dann das erste reguläre Album der Band und machte Alex Kapranos, Nick McCarthy, Paul Thompson und Bob Hardy mit einem Schlag weltberühmt. Ein Jahr später kam die Nachfolgeplatte „You Can Have It So Much Better“, wurde wieder einhellig gelobt. Franz Ferdinand waren auf dem Zenit angekommen, gaben Konzerte ohne Ende, bis 2006 der Burnout kam.

Nach einer Auszeit rauften sich die Jungs wieder zusammen, mieteten sich in einem alten viktorianischen Rathaus in Glasgow ein und begannen, neue Songs zu schreiben. Es hat sich gelohnt, das neue Album „Tonight: Franz Ferdinand“ erscheint am 23. Januar. Wer jetzt noch sein Wissen über die schottische Band, in der nur ein Schotte mitspielt, auffrischen will, sollte zu Helen Chases schönem Text/Bildband „Franz Ferdinand von A bis Z“ greifen. Auf fast 200 reich bebilderten Seiten erfahren wir (fast) alles über die Überflieger.

Zum Beispiel das Artwork für die Alben, das ganz in der Tradition des russischen Konstruktivismus steht, oder wir lesen Geschichten von obskuren Proberäumen, ein verlassenes Art-Deco-Lagerhaus oder das Bridgeton Jail, ein ehemaliges Gefängnis. Natürlich geht es um die Inspirationen der Band, ihre Geschichte. Dazu führt der ansprechend gestaltete Band minutiös alle Veröffentlichungen auf sowie jeden Gig, den Franz Ferdinand bis September 2006 absolviert haben. Die Lyrics zu den Songs sind abgedruckt, es gibt Tagebuchnotizen und Geschichten von den Fans. Wer wirklich etwas über Franz Ferdinand wissen will, kommt an diesem Lexikon, das in Zusammenarbeit mit der Band entstanden ist, nicht vorbei.

Helen Chase

Franz Ferdinand von A bis Z

Rockbuch Verlag Köln

186 S., Euro 22,90

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