Forschungszentrum Jülich erhält „Petaflop“-Rechner

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Deutsche Presse-Agentur

Das Forschungszentrum Jülich wird mit einer neuen „Petaflop“-Rechenanlage ausgestattet und will sich damit an der wissenschaftlichen Weltspitze behaupten.

Der neue Supercomputer, der noch in diesem Sommer den Betrieb aufnehmen soll, gehört zu den drei weltweit ersten Rechnern, die mehr als eine Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde (Petaflop) ausführen können. Im vergangenen Sommer hatte erstmals eine von IBM erbaute Petaflop- Anlage die Top 500 der schnellsten Rechner der Welt angeführt, die von der US-Regierung für die Kernwaffenforschung genutzt wird. „Die öffentliche Hand setzt hier ein wichtiges Zeichen für den Forschungs- und Entwicklungsstandort Deutschland“, sagte Martin Jetter, Geschäftsführer von IBM Deutschland, am Dienstag.

Das Forschungszentrum Jülich zählt mit seinen Standorten Jülich, Stuttgart und Garching bei München zu den größten Forschungszentren in Europa. Wissenschaftler aus verschiedenen Fachbereichen können dort fächerübergreifend für Projekte wie die Berechnung von Protein- Faltungen in Zellen, Klimaveränderungen oder umfangreicher Simulationen leistungsfähige Computertechnik nutzen. „Supercomputer dieser Leistungsklasse sind eine universelle Schlüsseltechnologie, um komplexeste und dringlichste wissenschaftliche Probleme in vielen Bereichen zu lösen“, sagte Professor Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums.

Die Rechenanlage aus der „Blue Gene“-Serie des US-Herstellers IBM soll in 72 Schränken in der Größe von Telefonzellen untergebracht werden und die Leistung von mehr als 50 000 modernen PCs erbringen. Das Forschungszentrum unterhält bereits mehrere Supercomputer, darunter auch die leistungsfähigste europäische Anlage „Jugene“, mit der Jülich in der jüngsten „Top 500“-Liste der schnellsten Supercomputer der Welt im vergangenen November den elfte Platz einnahm.

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