Fluch des Tourismus: „Die Welt im Selfie“

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Venedig
Ein Kreuzfahrtriese vor dem Markusplatz in Venedig. (Foto: Andrea Merola / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Auch in diesem Jahr werden die Touristenzahlen weltweit wohl wieder Rekorde erreichen. Immer deutlicher werden dabei aber auch die Schattenseiten der „weißen Industrie“: Städte, die ihren Charakter verlieren, noch größerer Druck auf bereits angespannte Wohnungsmärkte. In Barcelona oder Palma de Mallorca rebellieren inzwischen die Einheimischen gegen den überbordenden Massentourismus.

In seinem klugen Buch „Die Welt im Selfie“ geht der italienische Journalist Marco d’Eramo diesem aktuellen Phänomen nach. Dabei schlägt er auch unbequeme Töne an. So hinterfragt er zum Beispiel das Vorgehen der Unesco, historische Städte komplett unter Schutz zu stellen. Für ihn ist das nichts anderes als „gut gemeinter Städtemord“. Denn Städte, die nur noch dem Tourismus dienen, verkommen zu Themenparks, zur toten Kulisse. Eramos‘ Buch ist kulturhistorisch fundiert, doch nimmt er vor allem den wirtschaftlichen Aspekt unter die Lupe. Denn für ihn ist der Tourismus die wichtigste Industrie unseres globalisierten Jahrhunderts.

Marco d’Eramo: Die Welt im Selfie. Eine Besichtigung des touristischen Zeitalters, Suhrkamp Verlag, Berlin, 362 Seiten, 26,00 Euro, ISBN 978-3-518-42809-2

Die Welt im Selfie. Eine Besichtigung des touristischen Zeitalters

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