Fische wandern in kühlere Gewässer ab

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Deutsche Presse-Agentur

Der Klimawandel wird auch für Fische schwerwiegende Folgen haben. Nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern werden viele Meeresbewohner kühlere Gewässer suchen und zunehmend aus tropischen sowie milden Klimazonen in Richtung Pole abwandern.

Dies könnte dramatische Folgen für den Fischfang haben, warnte William Cheung von der University of East Anglia in Großbritannien am Donnerstagabend in Chicago. Nach einem Computermodell, das Cheung mit Kollegen in Kanada und in den USA entwarf, dürften mehr als 1000 kommerziell genutzte Fischarten und Krustentiere von den veränderten Lebensbedingungen in den Ozeanen betroffen sein.

„Uns stehen große Veränderungen bevor, die sowohl wir als auch unsere Kinder zu spüren bekommen“, warnte Cheung auf der 175. Jahrestagung des weltgrößten Wissenschaftsverbandes (AAAS) in Chicago. Unter der Abwanderung der Fischschwärme dürften vor allem die Entwicklungsländer in den tropischen Klimazonen zu leiden haben, sagte der Forscher, während Norwegen und andere Länder im Norden davon profitieren dürften.

Die Bestände des Kabeljaus im Atlantik vor der nordamerikanischen Ostküste werden dem Modell zufolge bis 2050 in einigen Regionen um die Hälfte schrumpfen, die der Heringe um mehr als 20 Prozent, sagten die Forscher voraus. Ihre Untersuchung erscheint diese Woche auch in dem Fachjournal „Fish and Fisheries“. Andere Arten, die bereits in kühlen Gewässern leben, werden ihr Revier künftig mit anderen teilen müssen und den Kampf um Nahrung mit der Zeit verlieren. Nach Berechnung der Experten dürften die Fischschwärme ihren Lebensraum im Durchschnitt 40 bis 45 Kilometer pro Jahrzehnt weiter in den Norden oder in Richtung Südpol verschieben.

Das Vorkommen des Kabeljaus vor der Küste Neuenglands in den USA sinke seit etwa 15 Jahren, stellte Mark Kulansky in Chicago fest. „Es ist interessant, dass außer der Fischfangindustrie noch ein weiterer Faktor zum Schwund unserer Speisefische beiträgt.“

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