Fünf Tote bei Wohnhausbrand - Hinweise auf Ursache

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In diesem Haus starben in der Nacht zu Freitag fünf Menschen. (Foto: Crash 24H News/dpa)
Deutsche Presse-Agentur

Fünf Menschen sind bei einem Brand im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses im rheinland-pfälzischen Lambrecht ums Leben gekommen. Bei den Toten handele es sich um Männer und mindestens eine Frau, sagte eine Polizeisprecherin am Freitagmorgen. „Die Bewohner der drei anderen Wohnungen in dem Haus konnten sich eigenständig ins Freie retten.“

Der Brand sei möglicherweise in der Küche ausgebrochen, sagte die Polizeisprecherin. Unter den Toten sei das Paar, das in der Dachgeschosswohnung gemeldet gewesen sei. Die anderen drei Toten seien wohl Besucher gewesen. „Sie sind noch nicht identifiziert.“ Die Toten konnten bislang nicht zweifelsfrei identifiziert werden. Zu Gerüchten am Brandort, es handele sich um polnische Staatsbürger, erklärte die Staatsanwaltschaft, dies sei „reine Spekulation“.

Das Feuer war am Donnerstag um 23.30 Uhr ausgebrochen, wie die Staatsanwaltschaft Frankenthal und das Polizeipräsidium Rheinpfalz mitteilten. Feuerwehr und Polizei waren mit mehr als 100 Leuten im Einsatz, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Das Feuer konnte gelöscht werden, am Morgen wurden noch Brandnester bekämpft. Es sei anzunehmen, dass das Feuer auf einen technischen Defekt oder auf Fahrlässigkeit zurückzuführen sei, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. 

In dem Haus sind den Angaben zufolge 23 Menschen gemeldet. Die Überlebenden sind in dem Ort bei Verwandten und Bekannten untergekommen.

Die Höhe des Sachschadens beträgt laut Ermittlern mehrere hunderttausend Euro. Lambrecht im Landkreis Bad Dürkheim mit knapp 4000 Einwohnern liegt nahe der Deutschen Weinstraße im Naturpark Pfälzerwald.

Das vierstöckige Haus am Ortsrand des Stadtteils Frankeneck macht einen verwohnten Eindruck: Das Dachgeschoss wirkt aufgesetzt, die Fassade ist unverputzt. Neben dem Haus steht eine mit Gerümpel vollgestellte Garage, ein ausrangierter Weihnachtsbaum liegt verloren neben einer Mülltonne. Auf dem Gelände rund um das Haus ist überall dicker, zäher Löschschaum zu sehen.

Die Polizei hat den Brandort mit Flatterband und Blinkbojen abgesperrt. Im morgendlichen Verkehr auf der Bundesstraße 39, der sich an der Engstelle vorbeizwängen muss, kommt es zu Behinderungen. Groß Notiz von dem Drama, das sich in der Nacht hier ereignet hat, scheint von den Autofahrern niemand zu nehmen; auch Fußgänger sind kaum unterwegs. Die Stadtwerke haben aus Sicherheitsgründen in der gesamten Straße den Strom abgestellt.

Der Unglücksort am Morgen danach. (Foto: Thomas Frey/dpa)

Wohnhausbrände mit derart verheerenden Folgen sind in Deutschland sehr selten. Es gab aber mehrfach Fälle, die bundesweit für Aufsehen sorgten: So kamen im Oktober 2015 bei einem Brand in einer Dachgeschosswohnung in Pforzheim (Baden-Württemberg) vier Bewohner ums Leben — vermutlich durch den falschen Umgang mit einem Heizstrahler. Im März 2013 starben bei einem Wohnungsbrand in Backnang in Baden-Württemberg eine Frau und sieben ihrer Kinder im Alter von 6 Monaten bis 17 Jahren. Auch in diesem Fall verursachten die Hausbewohner das Feuer nach Ansicht der Ermittler versehentlich selbst.

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