Extreme Dürre im Nordosten - Unwettergefahr im Süden

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Deutsche Presse-Agentur

Trockenheit im Norden, anhaltende Gewittergefahr im Süden: Die dringend nötigen Niederschläge sind bundesweit sehr ungleich verteilt.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach warnte an diesem Donnerstag vor weiteren Unwettern mit Überschwemmungsgefahr, die lokal auftreten können und sich aus der Mitte Deutschlands bis Freitag nach Südbayern zurückziehen.

Ansonsten ist der Vorhersage zufolge keine Regenwolke in Sicht. Teile Ostdeutschlands erleben nach DWD-Angaben derzeit eine der schlimmsten Trockenperioden seit Beginn der regelmäßigen Aufzeichnungen vor mehr als 55 Jahren. „An einzelnen Punkten sind wir ganz nah an den Extremwerten dran“, sagte Agrarmeteorologe Hans Helmut Schmitt.

Die Werte des für Pflanzen nutzbaren Wassers seien punktuell auf unter 30 Prozent gesunken. „Das ist dann einfach nur knochentrocken“, sagte Schmitt. In einer Analyse des DWD wird von einer extremen Dürre in Teilen Mittel- bis Nordostdeutschlands ausgegangen. Aussicht auf Regen gebe es für die betroffenen Gebiete vorerst nicht, sagte Schmitt.

Damit bleibt auch die hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr bestehen. Unweit von Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern kämpften seit Mittwochabend Feuerwehrleute gegen einen Feld- und Waldbrand, mussten sich aber nach mehreren Explosionen von Munitionsresten aus dem Zweiten Weltkrieg wegen Lebensgefahr zurückziehen.

Auch auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Brandenburg brennt es. Das Ausmaß des Brandes wird immer größer. Inzwischen seien zwischen 350 und 400 Hektar Flächen der Lieberoser Heide betroffen, teilte die Oberförsterei Cottbus am Donnerstagabend mit. „Es gibt überall noch Glutnester, die uns mit Sicherheit noch bis zum nächsten kräftigen Regen beschäftigen werden“, sagte Oberförsterei-Leiter Siegfrid Lüdecke. Der Brandalarm ging kurz nach 11.00 Uhr ein. Danach breitete sich das Feuer aus. 43 Feuerwehrfahrzeuge und ein Hubschrauber der Bundespolizei waren im Einsatz.

Der DWD-Vorhersage zufolge steht dem Süden ein erneut heißes Wochenende mit bis zu 30 Grad bevor. Angenehmer sind die Temperaturen dagegen im Norden mit 18 bis 24 Grad. „Einzig am Sonntag können zwischen Ostsee und Erzgebirge einzelne Schauer durchziehen, die die Trockenheit jedoch in keiner Weise abschwächen“, erklärte Meteorologe Helge Tuschy.

Sorgen um den deutschen Wein sind unterdessen nicht nötig: Über bis zu zwölf Meter tiefe Wurzeln erreichen die Rebstöcke noch Wassereserven, wie das Deutschen Weininstitut erklärte. Die bisherige Reifeentwicklung sehe gut aus und verzeichne einen Entwicklungsvorsprung von zwei bis drei Wochen.

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