Extrem-Ruderin erwägt Buch über ihr Abenteuer

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Janice Jakait (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Neulußheim (dpa) - Extrem-Ruderin Janice Jakait (34) ist nach 90 Tagen Rudern über den Atlantik glücklich, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. „Ein unbeschreibliches Gefühl“, sagte die IT-Beraterin aus der nordbadischen Ortschaft Neulußheim nach ihrer Ankunft in Barbados.

Nach rund 6500 Kilometern im schaukelnden Boot freute sie sich vor allem auf eine warme Dusche und auf ein Bett, das nicht schwankt. Sie müsse sich jetzt erst wieder an das Leben an Land gewöhnen und den Trubel verarbeiten, sagte Jakait. „Ich bin hier von Menschen plötzlich im Hafen empfangen worden, von Menschentrauben. Das ist mir alles im Moment ein bisschen zu viel.“

„Ich habe ganz dicke Oberarme bekommen“, sagte sie zu ihrem Kraftakt - wie die Comicfigur Popeye. „Ich bin nicht sehr glücklich darüber, und ich weiß nicht, ob ich weitere Verwendung dafür habe.“ Sie habe sich vor allem in die Riemen gelegt, um der Enge des Hightech-Bootes zu entkommen. „Dann bleibt nur, dass man rausgeht und rudert zur Abwechslung. Und so rudert man halt acht bis zwölf Stunden am Tag.“

Ihre Erlebnisse will sie jetzt vielleicht in einem Buch verarbeiten. Da gibt es einiges zu erzählen, denn das Meer meinte es nicht immer gut mit ihr. So wurde sie beim Schwimmen mal von einem Tier angestupst. „Ich hatte in dem Moment das Gefühl, es ist ein Hai und der will mich fressen.“ Aber es war nur ein verspielter Wal.

Ihre Aktion, auf die sie sich zwei Jahre intensiv vorbereitet hat, widmet die Extremsportlerin den Meeresbewohnern: als Protest gegen den zunehmenden Unterwasserlärm, der durch Schiffsmotoren und den Bau von Offshore-Windanlagen erzeugt wird. „Ich hoffe, wir Menschen ändern unseren Umgang mit dem Meer und seinen Bewohnern.“

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