ESA-Experte: Russischer Atom-Satellit keine Gefahr

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Deutsche Presse-Agentur

Der atomgetriebene russische Satellit, der in der Umlaufbahn zerfällt, stellt nach Ansicht des Weltraumschrott- Experten Heiner Klinkrad von der Europäischen Weltraumorganisation ESA keine Gefahr dar. „Der Satellit befindet sich nach wie vor auf einer stabilen Umlaufbahn“.

Das sagte der Leiter der Abteilung für Raumfahrtrückstände im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Darmstadt.

Das US-amerikanische Space Surveillance Network habe die Bruchstücke beobachtet, sagt Klinkrad. Die Fragmente würden sich nur sehr langsam vom Satelliten entfernen, was beweise, dass keine Explosion stattgefunden habe. „Nur eine hochenergetische Explosion wäre aber in der Lage, die Satellitenbahn zu destabilisieren“, sagte Klinkrad.

Die Freisetzung der beobachteten Objekte könnte auf Oberflächenablösungen oder Kühlflüssigkeitslecks infolge von Einschlägen durch Raumfahrtmüll erfolgt sein. Jedenfalls sei der Satellit nicht abgebremst worden und bleibe auf seinem etwa 800 Kilometer hohen Orbit. „Das beweisen die Beobachtungen der Amerikaner“, sagte Klinkrad.

Selbst wenn es wider Erwarten zu einem Absturz kommen würde, wäre das keine Katastrophe, versicherte Klinkrad. „Der Reaktor des Satelliten wurde schon vor etwa 20 Jahren abgeschaltet“, sagte der ESA-Mitarbeiter. Die Radioaktivität in dem ruhenden Reaktor sei deshalb auf weniger als ein Tausendstel ihres ursprünglichen Wertes abgefallen.

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