Erdbeben erschüttert Südkalifornien

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Deutsche Presse-Agentur
Barbara Munker und Gaby Mahlberg

Das schwerste Erdbeben seit 20 Jahren hat den Süden Kaliforniens erschüttert. Nach Angaben der Erdbebenwarte USGS hatte es am Donnerstag in einer Wüstenregion über 200 Kilometer nordöstlich von Los Angeles eine Stärke von 6,4.

Experten warnten in der Nacht zum Freitag vor weiteren Nachbeben. Berichte über Todesopfer oder Schwerverletzte gab es zunächt nicht.

Millionen Menschen von Sacramento im Norden Kaliforniens bis San Diego und von Los Angeles bis nach Las Vegas im Wüstenstaat Nevada sowie an der Nordgrenze Mexikos konnten den Erdstoß spüren. Die Kleinstadt Ridgecrest nahe dem Death-Valley-Nationalpark war am stärksten betroffen.

Nach Angaben der Behörden im Bezirk Kern County trafen etliche Notrufe ein. In Geschäften stürzten Regale um, Häuser wurden beschädigt, in Straßen taten sich Risse auf. Ein örtliches Krankenhaus wurde vorsichtshalber evakuiert. Ridgecrests Bürgermeisterin Peggy Breeden sagte dem Sender CNN, sie habe den Notstand ausgerufen. An mehreren Stellen habe es gebrannt.

Zuletzt hatte es 1999 ein größeres Beben in in der dünn besiedelten Mojave-Wüste im Süden Kaliforniens gegeben. Der Erdstoß der Stärke 7,1 richtete damals kaum Schäden an. Ein heftiges Erdbeben in Los Angeles mit tödlichen Folgen liegt gut 25 Jahre zurück. Bei dem Northridge-Beben im Januar 1994 mit einer Stärke von 6,7 starben 57 Menschen. Es richtete Millionenschäden an.

Der jüngste Erdstoß am 4. Juli - dem Unabhängigkeitstag der USA - richtete in Los Angeles keine Schäden an, schreckte aber die Einwohner auf. „Das war ein großes“, schrieb die Sängerin Lana Del Rey kurz nach dem Beben am Nationalfeiertag auf Twitter. Auch Popstar Mariah Carey war betroffen. „Ich komme aus New York, ich kann damit nicht umgehen“, klagte die Sängerin auf Twitter.

Sie habe ihr ganzes Leben in Los Angeles verbracht - und dies sei der längste Erdstoß gewesen, den sie je gespürt habe, schrieb Regisseurin Ava DuVernay (46, „Das Zeiträtsel“) in einem Tweet. Zum ersten Mal habe sie gedacht, dies könnte „The Big One“ sein. Damit sprach sie ein gefürchtetes Großbeben an, das Seismologen Kalifornien seit Längerem vorhersagen. Der Comedian Trevor Noah twitterte: „Dieses Erdbeben war kein Spaß...“.

Der US-Westküstenstaat gilt als sehr anfällig für Erdbeben: Auf einer Länge von knapp 1300 Kilometern zieht sich der San-Andreas-Graben durch Kalifornien. An der tiefreichenden Störung in der Erdkruste schiebt sich die pazifische Platte nach Nordwesten und reibt sich am nordamerikanischen Kontinent. Dabei bauen sich gewaltige Spannungen in der Erdkruste auf, die sich in Erdbeben entladen können.

Das Beben am Donnerstag ereignete sich auf einer Verwerfung rund 150 Kilometer nordöstlich des San-Andreas-Grabens. In den vergangenen 40 Jahren habe es in dieser Region acht weitere Male mit einer Stärke von mehr als 5 gebebt, teilte die Behörde USGS mit.

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