Ein starkes Team: Abgetaucht

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Ein starkes Team
Sebastian Klöckner (Matthi Faust), Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) und Otto Garber (Florian Martens) in einer Szene aus „Abgetaucht“.). (Foto: Katrin Knoke / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Ulrike Cordes

Eigentlich hatte es eine einzige Krimikomödie mit dem Titel „Gemischtes Doppel“ werden sollen. Doch der Film von Konrad Sabrautzky und Neithard Riedel, den das ZDF am 28. März 1994 sendete, kam beim Publikum so gut an, dass danach eine ganze Samstagabend-Reihe geschneidert wurde.

Wiederum in der Hauptstadt spielend und mit denselben Hauptdarstellern als ermittelnden Kripobeamten - Maja Maranow („Rivalen der Rennbahn“) und Florian Martens („Speer und Er“). Nun feiert die Reihe mit der 80. Episode „Abgetaucht“ am Samstag (04.01.) um 20.15 Uhr im Zweiten ihren 25. Geburtstag. Doch ohne Maranow, die Anfang 2016 mit 54 Jahren einem Krebsleiden erlag.

Von Anfang an spielten die Krimis mit der zunächst noch frischen Ost-West-Thematik. So war die Berthold eine Dame aus dem West-Stadtteil Zehlendorf, die sich mit dem rustikalen, für Berliner Humor sorgenden Ex-Vopo Otto Garber (Martens, 60) erst zusammenraufen musste. Heute überzeugt ihre Nachfolgerin Stefanie Stappenbeck (45, „Der Mordanschlag“) die Fans der Reihe. Ein Schnitt von mehr als sieben Millionen Zuschauern bei einem Marktanteil von rund 25 Prozent (2018) macht „Ein starkes Team“ neben „Wilsberg“ zur beliebtesten Samstagabend-Krimireihe.

Bei Stappenbecks quirliger gebürtigen Schwerinerin Linett Wachow und dem Kollegen Garber geht es - neben unterschiedlichen Temperamenten - eher um verschiedene Sichtweisen auf die DDR, die beide aufgrund ihres Alters haben. „Ich glaube, dass das immer noch ein Thema ist, das die Menschen bewegt - gerade jetzt zu den 30. Jahrestagen von Mauerfall und Wiedervereinigung“, sagt Produzentin Lena Kraeber von UFA Fiction im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Allerdings habe sich dieser Aspekt mit der Zeit auch abgeschliffen.

Dafür greift der 80. Fall wie oft ein aktuelles gesellschaftliches Thema auf, das diesmal besonders in der Hauptstadt akut erscheint. In „Abgetaucht“ zeigt der preisgekrönte Regisseur Roland Suso Richter („Tatort“, „Die Spiegel-Affäre“) Machenschaften im Baubereich.

Zunächst wird im Tauchbecken einer Sauna der Anwalt und Notar Richard Siebert brutal ermordet aufgefunden. Dessen Hauptklient war, wie Wachow und Garber herausfinden, die Diensberg Immobiliengesellschaft, die einem Ehepaar gehört. Bald tauchen die Ermittler in eine Branche ein, von der sie merken, dass in ihr nicht alles legal geschieht.

Für Linett birgt der Fall persönliche Probleme. Denn gerade hat sie Besuch von ihrem Schweriner Jugendfreund Stefan Kopp (Fabian Busch) bekommen, der sie um Hilfe bittet. Jedoch stellt sich heraus, dass auch Kopp Mitarbeiter der Immobilienfirma war, aber entlassen wurde. Ferner hat man ihn in der Sauna als Begleiter Sieberts gesehen. Linett verteidigt ihn - doch Otto sagt: „Du kannst nicht pauschal für alle deine Freunde die Hand ins Feuer halten.“

Stappenbeck und Martens, die beide in der Hauptstadt leben, zeigen sich im dpa-Interview in Hamburg menschlich sehr berührt von den verhandelten Themen Bauspekulation und Wohnungsnotstand. „Natürlich kriegt man das in Berlin hautnah mit“, sagt die Mutter einer Tochter. „Florian und ich haben aber das Glück, dass wir in unseren Wohnungen im Stadtteil Pankow schon sehr lange wohnen - das bedeutet eine gewisse Sicherheit.“

Der Grimme-Preisträger und Familienvater Martens, der für seine Rolle einst in der Kneipe entdeckt wurde, lässt seinen Blick über 25 Jahre „Ein starkes Team“ schweifen. „Otto ist nicht nur mit mir zwei Gewichtsklassen hochgerutscht“, meint der urige Berliner, „früher war er auch hitzköpfiger, hat sich schneller provozieren lassen und manchmal ist ihm auch die Hand ausgerutscht. Heute ist der Hitzkopf ruhiger geworden. Ganz so wie ich.“

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