Dschungelshow vor dem Finale

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Deutsche Presse-Agentur

Von Sonntag an können Insekten, Reptilien und die Kleinsäuger im australischen Busch aufatmen. Die schreienden, weinenden, lachenden und laut schnarchenden Menschen, die der Privatsender RTL für zwei Wochen vor ihrer Nase einquartiert hatte, sind dann wieder abgereist.

Die Pause dauert für die Tierwelt jedoch nur so lange, bis der nächste Fernsehsender das Camp für seine Dschungelshow nutzt. Mit der RTL-Produktion „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ ist am späten Samstagabend auf jeden Fall Schluss. Dann wird auch der „Dschungelkönig“, der vierte nach Costa Cordalis, Désirée Nick und Ross Antony, feststehen.

RTL verbucht seine Dschungelshow als Erfolg. Diese Staffel, so viel steht jetzt schon fest, ist nach Quoten die beste nach der ersten Staffel im Jahr 2004. 5,49 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 23,1 Prozent) im Durchschnitt verfolgten bis einschließlich Donnerstag pro Ausgabe das Treiben. Für RTL wichtig: Der Marktanteil unter den für die Werbung maßgeblichen Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren fiel mit 33,5 Prozent doppelt so hoch wie der Senderschnitt aus. „Diese Multi-Generationen-Großfamilie unter dem Palmendach mit ihren alltäglichen Reibereien hat die Zuschauer begeistert“, resümiert der zuständige RTL-Redaktionsleiter, Holger Andersen. Auch Werbekunden hätten der aktuellen Staffel mehr zugesprochen denn je. Die Resonanz im Internet und bei mobilen Medien sei sehr hoch.

Für die Branchenkenner ist die hohe Publikumsresonanz erstaunlich, weil die Ereignislosigkeit im Dschungel an der Gold Coast fast so groß war wie bei der aktuellen „Big Brother“-Staffel auf RTL II. Allenfalls Giulia Siegel, 34-jährige Tochter des Musikproduzenten Ralph Siegel, schaffte es, mit ihrem Wimmern für Emotionen empfängliche Zuschauer zu bewegen. Als sie bei der Dschungelprüfung „Still gestanden“ mit allerlei Getier überschüttet wurde, weinte sie die Nationalhymne und den Grand-Prix-Erfolg ihres Vaters, „Ein bisschen Frieden“, aus sich heraus, während Maden, Kakerlaken und Spinnen an ihren Lippen hingen. Am Donnerstag musste Siegel wegen Rückenbeschwerden vorzeitig ausscheiden.

Die Medien gingen unterschiedlich mit dem Dschungel-Geschehen um. Während Boulevard-Zeitungen jeden Tag Seitenaufmacher aus dem mageren Stoff strickten, hielten sich sonstige Printmedien weitgehend mit großen Berichten zurück. Auch viele Internetportale übten Zurückhaltung, registrierten dann und wann manche Lästereien und suchten nach Auffälligkeiten.

Gerade die Comedy-Dialoge von Zietlow und ihrem runden Kollegen Dirk Bach trugen wieder zum Publikumserfolg der Dschungelshow bei und glichen die Profillosigkeit einiger Kandidaten aus. „Wir freuen uns, dass selbst hartnäckige Skeptiker und Kritiker inzwischen erkannt haben, dass "Ich bin ein Star" einfach nur ein liebevoll und hervorragend gemachtes Comedy-Format für die ganze Familie ist“, sagt Andersen. Eine Fortsetzung scheint gewiss, auch wenn Andersen noch bremst: „Die Entscheidung machen wir auch in diesem Jahr davon abhängig, ob sich wieder ein interessanter Mix an Kandidaten findet, die sich dem großen Dschungel-Abenteuer stellen.“ Die Wartezeit hat RTL schon verkürzt: Parallel zur Dschungelshow lief bereits der Castingwettbewerb „Deutschland sucht den Superstar“ an, dessen Quoten schon in der Auftaktsendung am vergangenen Mittwoch auf einen vielversprechenden Verlauf hindeuteten.

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