„Drachenfliegen“: Wohin das Leben führen kann

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Deutsche Presse-Agentur

Der Lebensweg eines jungen Mannes, der sich durchs Leben treiben lässt, steht im Mittelpunkt von Harry Kämmerers Roman „Drachenfliegen“.

Hans erzählt sein Leben von der Zeit an, als er als Zehnjähriger in den 70er Jahren gemeinsam mit Freunden und Familie unbeschwert in einer Regensburger Wohnsiedlung lebt. Alles ist unbeschwert, bis der Vater eine Anstellung in einer anderen Stadt bekommt. Hans genießt die letzten Tage gemeinsam mit seinem besten Freund, als die beiden einen unliebsamen Nachbarsjungen mit ihren Fahrrädern abhängen. Merkwürdig ist nur, dass der nicht wieder auftaucht.

Die Jungen genießen eines gewissen Nervenkitzel, ist es doch vielleicht ein Kriminalfall wie im Fernsehen. Aber dann zieht Hans mit seiner Familie nach Passau, und die Ereignisse verblassen schnell. Hans erzählt nun in locker verbundenen Kapiteln von Gymnasium, Bundeswehr, einem abenteuerlichen Auslandssemester in Irland und dem allmählichen Weg in die Schriftstellerei.

Erst nach 40 Jahren kehrt Hans in die Wohnsiedlung seiner Jugend zurück und spürt der Vergangenheit nach. Dabei kommt Überraschendes zutage, aber auch viel Alltägliches, das zu seiner Entwicklung beigetragen hat. Hans präsentiert sich nie als besonderen Menschen, sondern als Normalo, dessen Leben in erster Linie von Zufällen bestimmt wird.

- Harry Kämmerer: Drachenfliegen. Verlag Nagel und Kimche, München, 224 Seiten, 20,00 Euro, ISBN 978-3-312-01127-8.

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