Dieter Kosslick stellt das Berlinale-Programm vor

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Deutsche Presse-Agentur

Mit der Kamera ganz nahe an der Realität: Die Filme der 59. Berlinale (5. bis 15.2.) zeigen, wie die Opfer und Täter von Globalisierung und Kriegen aussehen.

„Die Wirklichkeit hat die Fiktion in diesem Jahr wirklich eingeholt“, sagte der Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin, Dieter Kosslick am Dienstag. „Die Finanzkrise hat Auswirkungen auf das Berlinale-Programm.“ Es seien viele Filme über die Folgen des ungehemmten Wirtschaftswachstums und den darauffolgenden Absturz zu sehen.

Mit einer Weltpremiere aus Deutschland wird das Festival am 5. Februar im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz eröffnet. Tom Tykwers Finanzthriller „The International“ erzählt von den Machenschaften einer internationalen Großbank - mit den britischen Stars Clive Owen („Children Of Men“) und Naomi Watts („King Kong“) in den Hauptrollen. Das aktuelle Geschehen habe aus dem bereits vor Monaten ausgewählten Eröffnungsfilm plötzlich eine Art Dokumentarfilm über den Zustand der Welt gemacht, meinte Kosslick.

„Viele Spielfilme geben die Wirklichkeit besser wieder als alles andere.“ Dazu zählt Oren Movermans „The Messenger“, in dem Hollywoodstar Woody Harrelson einen Irak-Heimkehrer spielt, der als Armee-Bote den Familien gefallener Soldaten die Todesnachricht überbringt. Oder der deutsche Wettbewerbsbeitrag „Sturm“. Darin erzählt Regisseur Hans-Christian Schmid über das UN- Kriegsverbrechertribunal in Den Haag.

Tykwers Eröffnungsfilm „The International“ läuft im offiziellen Wettbewerb um den Goldenen Bären ebenso außer Konkurrenz wie der deutsche Episodenfilm „Deutschland 09“. An dem Werk haben Regisseure wie Tykwer, Fatih Akin, Hans Weingarnter und Dani Levy mitgewirkt. Um die Festivalpreise konkurrieren wie im vergangenen Jahr zwei deutsche Regisseure: Neben Schmid mit „Sturm“ ist es Maren Ade mit dem Beziehungsdrama „Alle Anderen“.

Drei der interessantesten deutschen Beiträge haben keine Bären-Chancen, da sie im Berlinale-Spezial-Programm laufen: Die mit Spannung erwartete Filmbiografie „Hilde“ mit Heike Makatsch als Hildegard Knef (Regie Kai Wessel) und Hermine Huntgeburths („Die weiße Massai“) Verfilmung von Fontanes Roman „Effi Briest“ mit Bären- Gewinnerin Julia Jentsch („Sophie Scholl - Die letzten Tage“) in der Titelrolle.

Nicht im Wettbewerb ist auch das Drama „John Rabe“ von Oscar- Preisträger Florian Gallenberger. Ulrich Tukur spielt darin den deutschen Kaufmann John Rabe, der kurz vor dem Zweiten Weltkrieg 250 000 Chinesen das Leben rettete. „Es gab dieses Jahr mehr deutsche Filme mit Wettbewerbs-Qualität als wir in den Wettbewerb nehmen konnten“, sagte Kosslick dazu.

Dem deutschen Film stellt Kosslick ein gutes Zeugnis aus: „Es steht gut um den deutschen Film. Die Stimmung ist gut, die Filme sind gut, die Schauspieler sind prima. Es gibt eine sehr differenzierte Produktionslandschaft, es gibt alle Arten von Filmen. Und die Leute gehen ins Kino. Und obendrauf gibt's noch eine Oscar-Nominierung“, sagte der Berlinale-Chef mit Blick auf Bernd Eichinger RAF-Film „Baader Meinhof Komplex“, der Chancen auf einen Auslands-Oscar hat.

Auf dem roten Teppich wird es auch in diesem Jahr wieder eng. Erwartet werden die oscarnominierte Kate Winslet („Der Vorleser“), Renée Zellweger („My One And Only“), Michelle Pfeiffer („Cheri“), Demi Moore und Ellen Barkin („Happy Tears“) sowie Julianne Moore und Winona Ryder („The Private Lives of Pippa Lee“). Ihr Kommen zugesagt hat auch eine stattliche Riege männlicher Stars, darunter Keanu Reeves („The Private Lives of Pippa Lee“), Michel Piccoli und Willem Dafoe („The Dust of Time“), Woody Harrelson („The Messenger“), Steve Martin („Pink Panther II“) und Gael Garcia Bernal („Mammoth“). Zur traditionellen „Cinema for Peace“-Gala hat sich Leonardo DiCaprio angesagt.

www.berlinale.de

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