Die Stunde der Impf-Angeber

Impfen
Den Impf-Neidern sei gesagt: Die Einstiche kommen näher. (Foto: Robert Michael/dpa)
Schwäbische Zeitung

Wenn das mit dem hochgradig vertrackten Impfen nicht so traurig wäre, wäre die Angelegenheit gut geeignet, um sich darüber lustig zu machen. Andererseits ist nach alter Weisheit nichts auf der Welt wirklich ernst genug, um keine Witze darüber machen zu dürfen. Und darum folgen wir dem Motto: Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.

Womit wir bei dem blütenreichen Wort Impfneid angekommen wären. Dieses beschreibt die Eifersucht gegenüber Menschen, die bereits den hoffnungsvollen Stich in den Arm erhalten haben, während der grimmige Nachbar noch immer ungestochen durch sein Leben wanken muss.

Mit dem Impfen ist es ein wenig wie mit dem Reichtum: Ein echter Schwabe zeigt nicht, was er hat. Lässt den Benz daher meistens in der verschlossenen Garage stehen und macht mit dem alten Golf der Gattin seine Erledigungen. Ähnlich verhält es sich mit dem Pflaster am Oberarm. Wer es nicht raushängen lassen will, zieht die Ärmel weit drüber und die Maske tief ins Gesicht. Soll bloß keiner wissen, wie privilegiert man ist.

Am anderen Ende der Immunisierungs-Skala rangiert der sogenannte Impf-Angeber. Selbiger lehnt es überhaupt ab, noch ein Hemd zu tragen. Die verpflasterte Einstichstelle ist grellrot überklebt, damit auch Menschen mit Sehschwäche trotz doppeltem Corona-Sicherheitsabstands sehen, dass der Träger dieses Einstich-Ehrenmals zu den Glücklichen gehört.

Die weiteren Spezies wie Impf-Skeptiker, Impf-Nörgler oder Impf-Besserwisser wollen wir an dieser Stelle nicht weiter breittreten. Dafür ist das Thema einfach zu ernst.

Mehr Inhalte zum Dossier

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

Impftermin-Ampel: Jetzt mit Push-Nachrichten für Ihr Impfzentrum

Die Impftermin-Ampel von Schwäbische.de zeigt mit einem Ampelsystem Impfzentren der Region an, in denen es gerade freie Termine gibt. 

+++ JETZT NEU: Nutzer mit einem Schwäbische Plus Basic, Premium- oder Komplettabo können sich nun exklusiv und noch schneller per Pushnachricht aufs Handy über freie Termine bei Ihrem Wunsch-Impfzentrum informieren lassen. Hier geht es direkt zum Push-Service, Abonnenten können ihn sofort nutzen.

Nutzer ohne Abo können weiterhin die bestehende Impfampel auf dieser Seite hier nutzen.

3-Stufen-Konzept: Sozialministerium stellt Lockerungen in Aussicht

Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) deutet baldige Öffnungsschritte an, sobald die weiter sinkende Inzidenz dies zulässt. Vorausgegangen war ein Treffen mit Vertretern aus besonders hart getroffenen Branchen.

Für die geplanten Öffnungsschritte in den Bereichen Wirtschaft, Gastronomie, Tourismus und Handel wurde ein dreistufiges Konzept ausgearbeitet, heißt es aus dem Sozialministerium am Donnerstagmittag.

Demnach sehe die erste Stufe etwa die Öffnung von gastronomischen Außenbereichen, Hotels sowie ...

Enten auf dem Bodensee

Entendrama am Bodensee: „Manchmal kann die Natur auch grausam sein“

Es ist eine dramatische Szene, die Rony Elimelech in Konstanz am Ufer filmt: Zwei Erpel greifen eine Entendame an und wollen sie beide begatten. Ihr Partner versucht, sie zu beschützen. Der Kampf dauert einige Minuten an Land und auch im Wasser. Bis ein Blässhuhn eingreift. Ein Verhaltensbiologe vom Max-Planck-Institut Radolfzell hat eine Erklärung für das Verhalten.

„Manchmal kann die Natur auch grausam sein“, schreibt Elimelech zu seinem Video, das er in der Facebook-Gruppe „Du bist aus Konstanz, wenn.

Mehr Themen