Die Schlagerwelt feiert Silvester bei Pilawa

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«Silvester-Show mit Jörg Pilawa»
Die Moderatoren Francine Jordi (l) und Jörg Pilawa (r) führen durch die Show. (Foto: Philipp von Ditfurth / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Violetta Heise

Auch für die Stars der „Silvester Show“ im Ersten ist die Party zum Jahresausklang diesmal eine neue Erfahrung: leere Ränge, kein lautes Klatschen. Wegen Corona ist das Publikum aus der Offenburger Baden-Arena verbannt - und so müssen die Schlagerstars sich selbst feiern, mitten im November. Denn die „Silvester Show“, die am 31. Dezember (Donnerstag) ab 20.15 Uhr im Ersten zu sehen ist, ist eine Aufzeichnung - inklusive Countdown zum Jahreswechsel.

Ein wenig seltsam muten diese Rahmenbedingungen auch Pilawas Gästen selbst an. „Es sind zwar keine 10 000 Leute hier“, sagt Kerstin Ott nach ihrem Auftritt mit „Regenbogenfarben“. Aber es sei trotzdem schön. Und etwas wehmütig klingt Alt-Star Michael Holm („Tränen lügen nicht“), als er auf die Frage nach seiner Energiequelle antwortet: „erstens, zweitens und drittens das Publikum“.

Trotz allem: Die Pilawa-Gäste versuchen, auch vor leeren Tribünen und rund anderthalb Monate vor Silvester die Stimmung hoch zu halten. Die Konfetti-Pistolen und Tröten, mit denen etwa Mirja Boes und DJ Ötzi hantieren, tun da ihr Übriges - genau wie die professionellen Tänzer, die zwischen den Party-Tischen aufgestellt sind und äußerst motiviert die Hüften schwingen.

Wer weiß: Vielleicht sind Schlagersänger ja gar keine schlechte Alternative zu normalem Publikum. Jedenfalls klatschen alle inbrünstig im Takt oder schwenken bei ruhigen Songs ihre Lichtchen.

So ungewöhnlich das Setting ohne Publikum auch ist: Im Grunde bieten Pilawa und seine Schweizer Co-Moderatorin Francine Jordi ganz normale Silvester-Unterhaltung mit Partyspielchen, mit dem einen oder anderen zotigen Witz, mit Live-Horoskopen für die Stars, Konfettiregen und hoher Pailletten-Dichte bei den Outfits der Frauen. Und dass die Show schon Wochen vor dem Jahreswechsel aufgezeichnet wurde, ist ebenfalls nichts Neues: Schon im vergangenen Jahr war Pilawas Silvester-Sause keine Livesendung.

Neu ist und bleibt das Coronavirus - und das drängelt sich immer wieder dazwischen: wenn Pilawa mehrfach betont, dass alle Stars negativ getestet worden seien oder dass es tatsächlich erlaubt sei, ohne Maske auf der Bühne zu stehen. Wenn Schlagersängerin Beatrice Egli sagt, sie sei etwa so groß wie der Mindestabstand. Oder wenn Pilawa sich freut, dass Schlager-Ikone Peggy March trotz Pandemie aus den USA einreisen konnte.

Etwas makaber wird es vor diesem Hintergrund, als DJ Ötzi singt „Leb, als ob‘s dein letzter Tag ist, [...] als ob es bald vorbei ist.“ Doch es ist auch DJ Ötzi, der für einen der wirklich emotionalen Momente des Abends sorgt. „Es sind keine Leute hier“, sagt er. Aber die Kollegen, die Freunde stünden vor der Bühne, jeder unterstütze jeden. „Es ist berührend. Wir geben nicht auf, es ist unser Leben, für die Leute da zu sein.“

© dpa-infocom, dpa:201222-99-783444/2

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