„Deutschland '09“ auf der Berlinale

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Deutsche Presse-Agentur

Dreizehn deutsche Regisseure haben sich für den Film „Deutschland '09“ zusammengetan. Ihre „13 kurzen Filme zur Lage der Nation“ wurden am Freitag auf der 59. Berlinale erstmals vorgestellt.

Der Episodenfilm wurde vom Festivalpublikum in einer ersten Pressevorstellung am Freitag mit Applaus und Zustimmung aufgenommen. An dem 140 Minuten langen „Nachdenken über die Heimat“ haben sich unter anderem die Regisseure Fatih Akin, Wolfgang Becker, Sylke Enders, Dominik Graf, Romuald Karmakar, Nicolette Krebitz, Dani Levy, Hans Steinbichler, Tom Tykwer und Hans Weingartner beteiligt.

Das Projekt soll an ein berühmtes Vorbild anknüpfen. In dem Film „Deutschland im Herbst“ aus dem Jahr 1978 reflektierten Regisseure wie Rainer Werner Fassbinder und Volker Schlöndorff über die Situation der damals von Terror und Protesten geprägten Bundesrepublik. Jetzt soll eine neue Generation von Filmemachern das politische und gesellschaftliche Klima im gegenwärtigen Deutschland beschreiben.

Levy nimmt in „Joshua“ eine Medizin gegen die deutsche Schwarzseherei und lässt nicht nur seinen kleinen Sohn über den Tellerrand des Landes fliegen. Akins („Gegen die Wand“) Beitrag heißt „Der Name Murat Kurnaz“, Beckers („Goodbye, Lenin!“) Film erzählt von Deutschland als „Krankes Haus“. Sylke Enders zeigt in „Schieflage“ Momentaufnahmen aus dem Leben dreier Menschen, deren Wege sich in einer Suppenküche für Kinder kreuzen. Dominik Graf unternimmt in „Der Weg, den wir nicht zusammen gehen“ eine Reise durch die Architekturlandschaft des Landes. Romuald Karmakar gibt mit „Ramses“ Einblicke in die Welt eines iranischen Barbesitzers in Berlin.

Jeder Filmemacher interpretiert das Leben in Deutschland anders. Die einzelnen Beiträge durften Kurzspielfilme, Dokumentarfilme, essayistisch oder experimentell sein. Regisseur und Mitinitiator Tom Tykwer, der die Berlinale mit dem Actiondrama „The International“ eröffnet hatte, sagt über das Projekt: „Der Film "Deutschland '09" vereint ein gutes Dutzend individuelle filmische Blicke auf das, was wir heute und jetzt als Heimat erleben - und wie wir uns in diesem Land verorten, verirren, verstricken.“ „Deutschland '09“ läuft bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin außer Konkurrenz.

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