Deutscher Expressionismus in New York

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Deutsche Presse-Agentur

Die auf deutsche und österreichische Kunst spezialisierte Neue Galerie in New York hat am Donnerstag eine Ausstellung mit Werken der Künstlergruppe „Die Brücke“ eröffnet.

Die Schau umfasst mehr als 100 Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen von Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmitt-Rottluff, Fritz Bleyl, Erich Heckel, Max Pechstein und Otto Müller. Sie gelten als Wegbereiter des deutschen Expressionismus. Titel der Ausstellung ist „Die Brücke: The Birth of Expressionism in Dresden and Berlin, 1905-1913“. Sie widmet sich drei Themenkreisen, dem gemeinsamen Erleben der Gruppe von Stadt, Natur und Ateliers.

Die Mitglieder der „Brücke“ hatten nach ihrer Gründung in Dresden 1905 acht Jahre lang rund um die Uhr zusammen gelebt und gearbeitet. Sie entwickelten mit der Zeit einen gemeinsamen Stil und nahmen sich oft das gleiche Motiv vor, sowohl aus der gleichen wie auch aus verschiedenen Perspektiven. Bei Reisen und Ausflügen unter anderem ans Meer malten sie „Badende“, ein immer wiederkehrendes Thema. Als Aktmodelle im Atelier „teilten“ sie sich Fränzi und Marcella, die Töchter einer Künstlerwitwe.

Ziel der Gruppe war es, „eine Brücke zwischen Kunst und Leben zu schlagen“, erläutert die Direktorin der Neuen Galerie, Renée Price. „Die Idee und ihre Kunst waren schlicht revolutionär“. Der Organisator der Ausstellung, der Kunsthistoriker Professor Reinhold Heller von der Universität von Chicago, sagte der dpa, dass „Die Brücke“ in ihren Dresdner Anfangsjahren wenig Einfluss auf die deutsche Kunstszene ausübte. Das habe sich durch den Umzug nach Berlin 1911 maßgeblich verändert. Dort habe sie den Grundstein für den Expressionismus gelegt, dem „Avantgarde-Stil deutscher Künstler zur Zeit des Ersten Weltkriegs“ und danach.

In den USA habe der deutsche Expressionismus erst seit den 1970er Jahren Beachtung gefunden, erläuterte Heller. Etliche der jetzt in New York ausgestellten „Brücke“-Werke stammen aus amerikanischen Museen, darunter aus dem New Yorker MoMA, aus Los Angeles, Chicago und San Antonio. Die Ausstellung in der Neuen Galerie läuft bis zum 29. Juni.

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