Deutsche Mitarbeit bei „Die Unglaublichen 2“

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Thomas Moser
Trickfilmkünstler Thomas Moser achtet auch auf die kleinsten Details. (Foto: Deborah Coleman/Pixar / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der deutsche Trickfilmkünstler Thomas Moser hat bei der Augenbrauenfarbe von Baby Jack-Jack seine Hände mit im Spiel gehabt.

„Da haben wir viel experimentiert: dicker, dünner, rotblond oder doch dunkel? Der Gesichtsausdruck ist ganz entscheidend, am Ende wurden es rotblonde Haare und dunklere Brauen“, erzählt der 37-Jährige über den kniffeligen Prozess, die Figuren aus „Die Unglaublichen 2“ zu gestalten. Moser aus Stetten am kalten Markt (Baden-Württemberg) verschlug es vor sieben Jahren nach Kalifornien zur Animationsschmiede Pixar. Dort arbeite er schon an Hits wie „Alles steht Kopf“ und „Merida“ mit.

Die Arbeit steckt im Detail. Seine Abteilung „Simulation TD“ steht in der Produktionspipeline am Computer gleicht hinter der Animation. „Da kümmern wir uns drum, dass sich die Kostüme und Haare richtig bewegen“, meint Moser. Zu diesem Zeitpunkt hat Holger Leihe als Animator den Figuren schon monatelang Leben eingehaucht. „Das Bühnenbild steht, die digitalen Figuren sind im Computer, aber noch ohne Bewegung. Wie ein Schauspieler setzen wir dann die Ideen der anderen kreativ um“, erklärt der gebürtige Solinger. Seit 2006 ist der 54-Jährige bei Pixar dabei, „Ratatouille“ - ebenfalls unter der Regie von Brad Bird - war dort sein erster Film. Leihe, der an der Folkwang Universität der Künste in Essen studierte, hat nichts gegen Fortsetzungen. „In Deutschland bin ich mit Tim und Struppi und Asterix groß geworden und war froh, wenn ein neuer Asterix-Band rauskam. Ganz bestimmt freue ich mich über einen weiteren „Incredibles“-Film“, sagt Leihe. Von Superhelden-Filmen sei er etwas übersättigt, räumt Moser ein - doch bei den „Unglaublichen“ sei die Story anders. „Es geht ja hauptsächlich um die Familie, die es schaffen muss, mit Superheldenkräften ein ganz normales Leben zu führen. Da kann sich jeder rein versetzen - alle Väter oder Mütter brauchen Superkräfte, um alles unter einen Hut zu bringen“. Seine Lieblingsfigur ist die Teenager-Tochter Violetta. „Sie ist cool, kann aber auch schüchtern sein. Ich mag es, dass sie kaltschnäuzig und etwas vorlaut ist“. Moser, der unter anderem an der Filmakademie in Ludwigsburg studierte, schwärmt von einer Kampfszene zwischen Baby Jack-Jack und einem Waschbären, bei der ein Sonnenschirm zur Falle wird. „Das war technisch eine krasse Herausforderung. Da haben wir lange dran gearbeitet und ich war froh, als dieser wahnsinnige Shot abgenommen wurde.“

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