Der dreifache Formel-1-Weltmeister Niki Lauda ist tot

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Der frühere Formel-1-Fahrer Niki Lauda ist tot. Der Österreicher starb am Montag im Alter von 70 Jahren. Erst im August hatte si
Der frühere Formel-1-Fahrer Niki Lauda ist tot. Der Österreicher starb am Montag im Alter von 70 Jahren. Erst im August hatte sich Lauda einer Lungentransplantation unterzogen. (Foto: dpa)
Agence France-Presse

Formel-1-Legende Niki Lauda ist tot. Der dreifache Formel-1-Weltmeister starb am Montag im Alter von 70 Jahren, wie die Familie Laudas bekannt gab.

„In tiefer Trauer geben wir bekannt, dass unser geliebter Niki am Montag, den 20.05.2019, im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen ist“, zitierte die österreichische Nachrichtenagentur APA aus der Mitteilung der Familie des Rennfahrers und Unternehmers.

„Seine einzigartigen Erfolge als Sportler und Unternehmer sind und bleiben unvergesslich.

Sein unermüdlicher Tatendrang, seine Geradlinigkeit und sein Mut bleiben Vorbild und Maßstab für uns alle“, heißt es in der E-Mail der Familie demnach weiter.

Lauda hatte sich im August vergangenen Jahres einer Lungentransplantation unterzogen und lag bis Oktober im Krankenhaus.

Im vergangenen Januar musste er dann wegen einer Grippe schon wieder ins Krankenhaus. Nach der Transplantation war das Immunsystem des Österreichers noch so stark angegriffen, dass die Grippe als Risiko eingestuft wurde.

Die Lunge des dreifachen Formel-1-Weltmeisters war bereits durch seinen schweren Unfall 1976 auf dem Nürburgring vorgeschädigt.

Damals war Laudas Rennwagen in Brand geraten. Der österreichischen Rennfahrer saß fast eine Minute lang in den Flammen und atmete giftige Dämpfe ein, bevor er gerettet wurde.

Seit dem Unglück litt Lauda an diversen gesundheitlichen Problemen. So musste er sich 1997 und 2005 bereits zwei Nierentransplantationen unterziehen.

Der italienischen Sportzeitung „Gazzetta dello Sport“ sagte das Sport-Idol nach der Lungentransplantation, der Eingriff sei für ihn schlimmer gewesen als der Unfall auf dem Nürburgring 1976.

Profi bestreitet das erste Rennen mit dem Mini Cooper seines Großvaters

In Deutschland habe er damals zwar schwere Brandwunden erlitten, er sei aber nur einen Monat oder etwas länger im Krankenhaus gewesen.

„Diesmal war es wirklich lang. Doch ich bin immer noch hier“, sagte Lauda dem Blatt. Um sein Leben habe er nicht gebangt, denn er habe sich in den Händen von Fachleuten befunden.

Der Schweizer Zeitung „Blick“ sagt er, er sei kurzzeitig tot gewesen, aber wiederauferstanden.

1968 bestreitet Lauda sein erstes Rennen mit einem Mini Cooper, den er von seinem Großvater bekam. Den Weltmeistertitel in der Motorsport-Königsklasse holte er 1975, 1977 und 1984.

Niki Lauda
Niki Lauda war begeisterter Pilot. (Foto: DPA)

Im Jahr 1979 stieg er aus dem Rennzirkus aus und gründete die Fluggesellschaft Lauda Air. Doch 1982 kehrte er wieder hinter das Lenkrad zurück und wurde mit McLaren zwei Jahre später noch einmal Weltmeister.

2002 verkaufte der seine Fluglinie gewinnbringend an Austria Airlines. Doch war für den flugbegeisterten Unternehmer damit nicht Schluss: 2004 gründete er die Billigfluglinie Niki, die 2011 an Air Berlin ging.

Gegen die Widerstände seiner Eltern wurde Lauda Formel-1-Pilot

Geboren wurde Andreas Nikolaus Lauda, genannt Niki, am 22. Februar 1949. Großvater und Vater waren wohlhabende Industrielle.

Gegen die Widerstände seiner Eltern machte Lauda sein Leidenschaft zum Beruf und wurde Formel-1-Pilot. 1971 startete er zum ersten Mal in der Formel 1. Lauda hat vier Kinder aus zwei Ehen.

„Abseits der Öffentlichkeit war er ein liebevoller und fürsorgender Ehemann, Vater und Großvater. Er wird uns sehr fehlen“, heißt es in der E-Mail der Familie an die Medien.

Hoffnung
Die Eheleute Birgit und Niki Lauda. (Foto: DPA)
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