Dell will von Fusions-Gerüchten Sun-IBM profitieren

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Deutsche Presse-Agentur

Der Computer- und Serverhersteller Dell will die Spekulationen um eine Übernahme des Konkurrenten Sun durch IBM zum eigenen Vorteil nutzen.

„Allein die Gerüchte über den möglichen Kauf von Sun durch IBM eröffnen enorme Möglichkeiten, da alle Sun-Kunden verunsichert darüber sind, was nun passieren wird“, sagte Konzernchef Michael Dell der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Dell wolle jetzt die ratlosen Kunden mit eigenen Angeboten anlocken. Am Mittwoch wollte Dell nach Informationen des „Wall Street Journal“ zudem eine neue Produktpalette aus leistungsfähigen Servern inklusive Software für Geschäftskunden ankündigen.

Das „Wall Street Journal“ hatte vergangene Woche berichtet, dass der IT-Dienstleister IBM in Kaufverhandlungen mit Sun Microsystems stehe. Der Zeitung zufolge war ein Kaufpreis in Höhe von 6,5 Milliarden Dollar im Gespräch. Noch vor rund zehn Tagen wäre das etwa das Doppelte des aktuellen Aktienpreises gewesen, die Gerüchte hatten das Papier des Server-Herstellers Sun allerdings bis zu 80 Prozent in die Höhe schnellen lassen.

Mit einer Übernahme könnte sich IBM im derzeit angespannten Markt für Unternehmensserver gestärkt gegen den Konkurrenten Hewlett- Packard aufstellen. Der Netzwerkausrüster Cisco will sich künftig ebenfalls mit eigener Hardware in diesem Markt behaupten. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass ein Kauf durch IBM nur eine Frage der Zeit sein dürfte. Derzeit sei das Unternehmen noch mit der Prüfung von Dokumenten und Verträgen bei Sun beschäftigt, hieß es.

Ob Dell bereits erfolgreich Kunden von der Konkurrenz abgeworben hat, bestätigte das Unternehmen bislang nicht. Nach Angaben von Bloomberg machte Sun mit Servern und Netzwerk-Ausrüstung zuletzt rund zehn Prozent seines Umsatzes. Für Dell gebe es durchaus Möglichkeiten, Sun aufgrund der geplanten Übernahme Kunden abzuwerben, sagte Bill Kreher von der Investment-Gesellschaft Edward Jones & Co. Wichtiger sei es jedoch, dass Dell im Zuge der Konsolidierung im Markt unter Druck gerate, selbst Übernahme-Kandidaten zu finden. „Das Unternehmen muss sich entscheiden, ob es bei den großen Tech-Playern mitspielen will, oder ob es sich zu einem Nischen-Anbieter entwickeln will.“

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