„Das Morphus-Geheimnis“: Harmlose Komödie

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Es ist ein magisches Erbe, das Ludwig van Beethoven der Welt hinterlassen haben soll. Eine Komposition, bei der die Zuhörer in einen tiefen Schlaf fallen.

Spielt man das verträumte Musikstück rückwärts, wachen alle wieder auf. Eine herrliche Vorstellung - vor allem für Diebe, die ihre Opfer im Schlaf berauben könnten. Durch einen Zufall landen die zauberhaften Noten bei einem zehnjährigen Schüler, der hervorragend Trompete spielt. Als die Gauner Max und Kwapisch davon Wind bekommen, wollen sie dem ahnungslosen Nick das unscheinbare Notenblatt mit immer neuen Tricks wieder abjagen. Karola Hattop hat „Das Morphus-Geheimnis“ in Szene gesetzt mit Oliver Korittke, Michael Roll und Jonas Hämmerle, der bald als „Wickie“ auf der Leinwand zu sehen ist.

Bis in die tief verschneiten Berge verfolgt das Diebesduo den Jungen (Hämmerle) und seinen Vater (Roll) in ihren Winterurlaub. In einem Hotel mit vielen reichen Gästen scheint die Gelegenheit zum Greifen nahe. Mit allerlei Tricks versuchen die Gauner, Nicks Vertrauen zu gewinnen. Doch irgendwie kommen Max und Kwapisch nicht an ihre Beute heran. Stattdessen lässt Nick unwissend den Zauber der Musik wirken, als er in einer Winternacht vor dem Schlosshotel die Komposition auf seiner Trompete ausprobiert. Nur Max und Nick sind wach - die anderen sind wie im Dornröschenschloss eingeschlummert. Und so muss Nick alleine sehen, wie er dem Dieb das Handwerk legt.

Leider wird der Film der spannenden Geschichte, die zugrunde liegt, nicht gerecht. Nick, seine Familie und sein Ärger in der Schule als trompete-spielender Musterknabe werden konventionell erzählt, ohne große Überraschungen. Während die Mutter sich um kalte Ohren und eine warme Winterjacke sorgt, nimmt sich der Vater endlich einmal Zeit, um seinem feinsinnigen und verzärtelten Sohn bei einem Kurzurlaub in den Bergen mal zu zeigen, was echte Männer ausmacht. Deswegen darf es auch kein warmes, gemütliches Luxus-Zimmer sein, sondern ein zugiger Raum in einem Turm, ohne Heizung und sonstigen Komfort.

Slapstick statt Spannung bei den Gaunern: Max (Korittke) und Kwapisch (Arndt Schwering-Sohnrey) blödeln, was das Zeug hält und lassen für ihre Albernheiten kaum eine Möglichkeit aus. Das ist bisweilen sehr lustig, doch Spannung lässt sich damit kaum erreichen. Doch wer gerne leichte, harmlose Komödien sieht, kommt in den 96 Minuten auf seine Kosten.

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