Corona-Newsblog: Große Geschäfte dürfen mit abgetrennter Verkaufsfläche öffnen

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

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Aktuelle Zahlen:

  • Aktuell Infizierte Baden-Württemberg ⁴: 10.440 (29.350 Gesamt - 17.807 Genesene - 1.103 Verstorbene)
  • Todesfälle Baden-Württemberg ⁴: 1.103
  • Reproduktionszahl Baden-Württemberg ⁴: 0,8 (unter 1 nimmt Zahl der Neuerkrankungen ab, über 1 nimmt sie zu)
  • Aktuell Infizierte Deutschland ¹: ca. 41.415 (145.694 Gesamt - ca. 99.400 Genesene - 4.879 Verstorbene)
  • Todesfälle Deutschland ¹: 4.879
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Das Wichtigste im Überblick:

  • Große Geschäfte mit abgetrennter Verkaufsfläche dürfen öffnen (22.29 Uhr)
  • Maskenpflicht kommt nun doch in ganz Deutschland (14.35 Uhr)
  • Gericht entscheidet entgegen Corona-Verordnung: Großer Einzelhändler in Ulm darf öffnen (14.10 Uhr)
  • Ansteckungsrate in Baden-Württemberg steigt leicht (18.57 Uhr)
  • Erste klinische Studie zu Corona-Impfstoff in Deutschland zugelassen (11.18 Uhr)

22.29 Uhr - Große Geschäfte mit abgetrennter Verkaufsfläche dürfen öffnen

Mit einer begrenzten Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern dürfen ab Donnerstag auch große Geschäfte und Kaufhäuser in Baden-Württemberg wieder öffnen. Die entsprechende Corona-Richtlinie für den Einzelhandel soll noch heute geändert werden.

 Der Inhaber des Biberacher Modehauses Kolesch, Friedrich Kolesch: Der Händler darf von Donnerstag an wieder sein Geschäft öffne
Der Inhaber des Biberacher Modehauses Kolesch, Friedrich Kolesch: Der Händler darf von Donnerstag an wieder sein Geschäft öffnen – auf 800 seiner insgesamt rund 3000 Quadratmetern. (Foto: Helena Golz)

Bisher durften im Südwesten nur Geschäfte öffnen, die insgesamt nicht mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche haben. Für Modehausbesitzer Friedrich Kolesch aus Biberach ist das nur gerecht. Er hatte diese Regelung schon vergangene Woche gefordert.

Hier lesen Sie mehr.

21.21 Uhr - So möchte Minister Wolf die Tourismusbranche wiederbeleben

Mit einem dreistufigen Modell möchte Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf (CDU) baldige Corona-Lockerungen in der Tourismusbranche herbeiführen. „Wir verlieren, wenn wir diese Diskussion auf die lange Bank schieben. Wir brauchen einen durchdachten und realistischen Fahrplan“, sagte der Minister der „Schwäbischen Zeitung“.

Wolfs Konzept, das Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) bei der Ministerpräsidentenkonferenz in der kommenden Woche in der Diskussion zu den weiteren Lockerungen als Diskussionsgrundlage dienen soll, sieht drei Phasen vor, die aufeinander aufbauen.

Erste Phase: Einrichtungen im Freiluftbereich sollen wieder geöffnet werden, sofern die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Hierzu zählen unter anderem Zoos, Botanische Gärten, Parks, Freiluftmuseen, Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie Freizeitparks.

Zweite Phase: Restaurants, Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätze sowie Museen in geschlossenen Räumen sollen folgen.

Dritte Phase: Als letztes sieht das Konzept eine Freigabe von Hallen-, Frei- und Thermalbädern vor.

Geht es nach dem Tourismusministerium könnte Stufe eins bereits ab Mai greifen. Die Öffnungen der weiteren Stufen müssten dann anhand der Infektionslage und der weiteren Entwicklung entschieden werden.

20.11 Uhr - Termin für Landesgartenschau in Überlingen weiter offen

Ein Termin für die Landesgartenschau in Überlingen ist weiter offen — eine Verschiebung um ein Jahr auf das Jahr 2021 aber wahrscheinlich. Der Gemeinderat beauftragte in seiner Sitzung Oberbürgermeister Jan Zeitler (SPD) damit, Verhandlungen mit dem Land Baden-Württemberg aufzunehmen, wie die Organisatoren mitteilten.

Inhalt der Gespräche solle neben der Möglichkeit einer Verschiebung auf das Jahr 2021 (Beginn 9. April) auch eine Kostenbeteiligung des Landes sein. Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU), sicherte telefonisch eine Kostenübernahme von zwei Dritteln des prognostizierten Defizits bei einer Verschiebung auf 2021 zu.

 Die Arbeiten auf dem Gelände für die Landesgartenschau in Überlingen gehen weiter, obwohl die Eröffnung wegen Corona auf unbest
Die Arbeiten auf dem Gelände für die Landesgartenschau in Überlingen gehen weiter, obwohl die Eröffnung wegen Corona auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. (Foto: Barbara Baur)

Das Land ist als Träger der Landesgartenschau Mitveranstalter. Ohne Zustimmung der Landesregierung kann die Stadt keinen neuen Termin festlegen oder andere Entscheidungen treffen.

19.42 Uhr - Merkel gibt erste Regierungserklärung zur Corona-Krise ab

Nach rund einem Monat scharfer Beschränkungen in der Corona-Krise gibt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) morgen Vormittag im Bundestag eine Regierungserklärung zum Vorgehen der großen Koalition ab. Im Anschluss an ihre Rede (9 Uhr) ist eine einhalbstündige Debatte vorgesehen.

Es wird erwartet, dass sich Merkel auch zu den Beratungen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am Nachmittag (15 Uhr) äußern wird, bei denen es ebenfalls um die Bekämpfung der Corona-Pandemie gehen wird.

Merkel warnt vor Rückfall in der Corona-Krise
Angesichts der immer lauteren Diskussion über weitere Lockerungen der Corona-Abwehrmaßnahmen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eindringlich dazu aufgerufen, bei der Einhaltung der Regeln nicht nachzulassen. (Foto: Markus Schreiber / DPA)

Es ist die erste Regierungserklärung Merkels zur Corona-Krise.

18.57 Uhr - Ansteckungsrate im Land steigt leicht

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium meldet 557 weitere bestätigte Infektionen. Damit sind 10.440 Menschen aktuell infiziert. 17.807 Menschen sind bereits wieder von ihrer Erkrankung genesen.

Die Ansteckungsrate ist im Land von 0,6 auf 0,8 leicht gestiegen. Sie gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Weil die Zahl weiterhin unter 1 ist, sinkt die Zahl der Neuinfektionen.

Dem Ministerium wurden heute insgesamt 41 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl in Baden-Württemberg auf insgesamt 1103 an.

Unter den Verstorbenen waren 670 Männer und 433 Frauen. Das Alter lag zwischen 36 und 102 Jahren. 63 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter

17.35 Uhr - 41 Patienten verlassen Biberacher Klinik als genesen

Das Biberacher Sana-Klinikum versorgt, Stand Mittwoch, 31 bestätigte Covid-19-Patienten, davon fünf intensivmedizinisch. Zwischenzeitlich konnten wir darüber hinaus 41 Patienten als genesen aus dem Klinikum entlassen. Im Interview spricht Anja Wilhelm, Pressesprecherin der Sana Kliniken Landkreis Biberach GmbH, über die aktuelle Situation der Klinik.

Redakteur: Man hört inzwischen auch von einigermaßen entspannten Lagen in den Kliniken. Können Sie das für die Sana-Klinik in Biberach bestätigen?

Anja Wilhelm: Die Anzahl der zu versorgenden Covid-19-Patienten ist im Biberacher Sana Klinikum seit rund zwei Wochen relativ konstant, die Beatmungsbetten sind durchschnittlich mit fünf bis acht Patienten – mit einer einmaligen Spitze von zehn Patienten Ende März – belegt. Bislang mussten wir die Kapazität von 21 Beatmungsplätzen sowie von bis zu 100 Isolierzimmern somit bei Weitem nicht ausschöpfen.

Dennoch ist es derzeit noch zu früh, von einer Trendwende zu sprechen. Hier lesen Sie mehr.

16.19 Uhr - Forscher untersuchen Corona-Infektionen bei Kindern 

Die Universitäts-Kinderklinik Heidelberg will in einer Studie die Frage klären, ob Kinder bis zu zehn Jahren immun gegen das Coronavirus sind. Damit werde eine isländische Studie zu diesem Thema überprüft, berichtete die „Rhein-Neckar-Zeitung“ am Mittwoch. Gesucht werden dafür landesweit 2000 Kinder plus jeweils ein Elternteil.

Die Isländer hatten herausgefunden, dass von 13.000 Probanden kein einziges Kind unter zehn Jahren mit dem Coronavirus infiziert war. 

Der Chef der Heidelberger Kinderklinik, Georg Hoffmann, sagte der „Rhein-Neckar-Zeitung“, er hoffe, dass diese Befunde valide seien.

Aber: „Es gibt auch eine Studie aus China, die wiederum zeigt, dass Kinder ähnlich infiziert sind wie Erwachsene — und das Virus auch übertragen, was ja in Island nicht der Fall war.“

Die Studie, an der auch die Universitäts-Kinderkliniken in Ulm, Freiburg und Tübingen beteiligt sind, startet an diesem Donnerstag.

An der Studie interessierte Familien können sich sofort melden - vorausgesetzt, sie sind noch nicht positiv getestet worden. Die Ergebnisse könnten auch Einfluss haben auf die Diskussion um die Öffnung der Kitas.

15.48 Uhr - Deutsche Flughäfen erwarten Tiefpunkt im zweiten Quartal 

Angesichts des kaum noch stattfindenden Flugverkehrs erwarten die deutschen Flughäfen im laufenden zweiten Quartal den Tiefpunkt bei den Passagierzahlen.

In der Corona-Krise war der Verkehr bis Ende März auf noch rund 5 Prozent des vorherigen Niveaus zurückgegangen, wie der Flughafenverband ADV am Mittwoch erneut berichtete. In der vergangenen Woche (13.-19. April) fiel die Passagierzahl auf nur noch 1,2 Prozent.

Für den Monat März ergaben die Zahlen im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Rückgang um 63 Prozent auf 7,1 Millionen Passagiere, was ungefähr dem Aufkommen der 90er-Jahre entspreche. Besonders wenig Verkehr gab es auf den innerdeutschen Strecken.

Coronavirus - Flughafen München
Am Boden: Kranich-Flotte im Corona-Modus - wie hier in München. (Foto: dPa)

14.35 Uhr - Maskenpflicht kommt nun doch in ganz Deutschland

Die Maskenpflicht kommt ab der kommenden Woche nun doch bundesweit: Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Bremen kündigten am Mittwoch eine entsprechende Regelung für den öffentlichen Nahverkehr und dem Einzelhandel an, wie wie die jeweiligen Regierungssprecher mitteilten.

Auch Brandenburg schließt sich an, nachdem bis Dienstag bereits die übrigen zehn Länder Regelungen beschlossen oder angekündigt hatten.

„Masken können ein Beitrag sein, die Ansteckungsgefahr weiter zu drosseln nach dem Motto: Ich schütze Dich, Du schützt mich“, erklärte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

An Bayerns Schulen wird es keine generelle Maskenpflicht geben. „Wir haben in den Schulen nun bewusst Bedingungen geschaffen, unter denen der Abstand eingehalten werden kann und soll und muss“, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).

Dennoch halte er Masken in bestimmten Situationen für angemessen, etwa beim Ankommen im Schulgebäude oder dem Toilettengang

14.10 Uhr - Gericht stellt sich gegen Meinung von Stadt und Land: Großer Einzelhändler in Ulm darf öffnen

Wenn sie ihre Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter begrenzen, dürfen nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Sigmaringen auch größere Geschäfte ab sofort wieder öffnen.

Per einstweiliger Anordnung erlaubte das Gericht einem großen Modeladen in Ulm, der sich gegen die Schließung gewehrt hatte, den Betrieb trotz der noch geltenden Corona-Regeln wieder aufzunehmen.

Der Laden hat eigentlich rund 7000 Quadratmeter Verkaufsfläche, hatte diese aber auf 800 Quadratmeter begrenzt. Bis zu dieser Größenordnung dürfen Geschäfte wieder öffnen.

Ob es insgesamt rechtswidrig ist, dass größere Geschäfte geschlossen bleiben müssen - zum Beispiel weil das gegen das im Grundgesetz festgelegte Gleichbehandlungsgebot verstoßen könnte -, ließen die Richter offen. Gegen den Beschluss kann noch Beschwerde eingelegt werden. Hier lesen Sie mehr.

13.02 Uhr - Bunt gegen das Virus – so basteln Sie sich Ihre eigene Maske

Es ist ungewohnt und befremdlich, Menschen mit Gesichtsmasken zu begegnen. Für Barbara Müller aus Neu-Ulm verstärkt sich dieser Effekt noch, wenn es medizinische Masken sind.

„Da denke ich gleich an Krankheit“, sagt Müller. Es eignen sich aber auch Gesichtsmasken aus Stoff. Diese verhindern zwar keine Ansteckung, aber eine mögliche Übertragung von Viren auf andere. Durch den Stoff können Tröpfchen in der eigenen Atemluft gefiltert werden.

Da Gesichtsmasken im Moment wegen der Corona-Pandemie nur schwer erhältlich sind, greifen immer mehr Kreative auf die Selbermach-Variante zurück. So auch Barbara Müller. 

Ein bisschen kniffelig wird es nur beim Anbringen der Gummibänder. Aber mit etwas Geduld sei das auch für Ungeübte zu schaffen. Der Vorteil der Stoffmasken: Sie sind teilweise über 60 Grad waschbar und wiederverwendbar.

So geht’s Schritt für Schritt zur selbst genähten Maske. Hier lesen Sie mehr.

12.46 Uhr - Finanzierung der geplanten Corona-Sonderprämie für Pflegekräfte unklar

Die geplante Corona-Sonderprämie von 1500 Euro für Altenpflegekräfte wackelt. Bei den Krankenkassen gibt es massiven Widerstand gegen eine Finanzierung durch die beitragsfinanzierte Pflegeversicherung, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) am Mittwoch berichtete.

Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, sieht Politik und Steuerzahler in der Pflicht. Die Stiftung Patientenschutz nannte das mögliche Scheitern der Pflegeprämie eine „Blamage“ für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Die Gesamtkosten einer Prämie von 1500 Euro je Altenpflegekraft werden von den Krankenkassen auf rund eine Milliarde Euro geschätzt. Ohne eine eigene Finanzierungsregelung müssten die Prämien voraussichtlich großenteils von den Pflegebedürftigen über höhere Zuzahlungen getragen werden.

11.48 Uhr - Mediziner beobachten ernstzunehmende Schäden auch bei mildem Corona-Krankheitsverlauf

Das neue Coronavirus hatte im Laufe der vergangenen Wochen mehrere unangenehme Überraschungen parat: Es ist viel ansteckender als der eng verwandte Vorgänger Sars-CoV-1 in den Jahren 2002/2003, nicht nur Menschen in den Hochrisikogruppen können ernsthaft erkranken und die künstliche Beatmung erweist sich viel zu oft als wenig hilfreich.

Außerdem häufen sich die Anzeichen, dass das Coronavirus gesundheitliche Langzeitschäden verursachen kann.

Viele Mediziner beobachten, dass sich der Zustand von Covid-19-Patienten verschlechtert, sobald diese an ein Beatmungsgerät angeschlossen wurden.

Vor allem Sportler einer gewissen Sportart haben große Schwierigkeiten. Hier lesen Sie mehr.

 Beatmungsgeräte gelten in der Corona-Krise als essenziell für die Behandlung von Patienten. Gleichzeitig birgt die Therapieform
Schwer erkrankte Corona-Patienten müssen auf Intensivstationen behandelt werden. (Foto: Peter Kneffel/dpa)

11.18 Uhr - Erste klinische Studie zu Corona-Impfstoff in Deutschland zugelassen 

In Deutschland ist die erste klinische Prüfung eines Impfstoffs gegen Covid-19 genehmigt worden. Das für die Genehmigung klinischer Prüfungen sowie die Bewertung und Zulassung von Impfstoffen in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gab dem Mainzer Biotechnologieunternehmens BioNTech dafür grünes Licht.

Die Genehmigung sei „Ergebnis einer sorgfältigen Bewertung des potenziellen Nutzen-Risiko-Profils des Impfstoffkandidaten“.

Weltweit handelt es sich nach PEI-Angaben um die vierte genehmigte Prüfung von „präventiven, spezifischen Covid-19-Impfstoffkandidaten am Menschen“.

Angesichts der schweren Folgen der Corona-Pandemie sei dies „ein bedeutender Schritt, um einen wirksamen und sicheren Covid-19-Impfstoff möglichst zeitnah in Deutschland zu entwickeln und möglichst weltweit verfügbar zu machen“.

Das PEI erwarte „weitere klinische Prüfungen von Covid-19-Impfstoffkandidaten in Deutschland in den nächsten Monaten“.

 Seit 1. März gilt die Masern-Impfflicht für alle Kinder, die eine Gemeinschaftseinrichtung wie einen Kindergarten oder eine Sch
Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat erstmals in Deutschland eine Zulassung für die klinische Prüfung eines Impfstoff-Kandidaten gegen Corona erteilt. (Foto: Ole Spata)

10.26 Uhr - Gut 93.600 Betriebe im Südwesten haben Kurzarbeit angemeldet 

Die Zahl der Betriebe in Baden-Württemberg, die Kurzarbeit angemeldet haben, ist weiter gestiegen — allerdings nicht mehr so stark. Mittlerweile sind es gut 93.600, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Stuttgart mitteilte.

Das sind knapp 32 Prozent aller Unternehmen im Südwesten, in dem mindestens ein Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist. Vor einer Woche hatte die Zahl bei gut 89.000 gelegen.

Wie viele Menschen betroffen sind, ist durch die Sonderauswertung der Arbeitsagentur nicht erfasst. Diese Zahl kann erst nach der Abrechnung durch die Betriebe ermittelt werden.

Bundesweit hatten bis zum Stichtag am Montag rund 718.000 Betriebe Kurzarbeit angemeldet. Im Vergleich zur Vorwoche ist das ein Rückgang, den die Arbeitsagentur aber mit der Streichung von Dopplungen begründete. Es gingen auch weiterhin Kurzarbeits-Anzeigen ein, hieß es.

09.36 Uhr - Wird die Landesgartenschau um ein Jahr verschoben? Heute fällt die Entscheidung

Eigentlich hätte die Landesgartenschau am Donnerstag, 23. April, mit einem Festakt eröffnet werden sollen. Doch nun entscheidet der Gemeinderat der Stadt Überlingen am Vorabend darüber, wie angesichts der Corona-Pandemie weiter vorgegangen werden soll. Die öffentliche Sitzung ist heute Abend. 

Roland Leitner, einer der beiden Geschäftsführer der LGS Überlingen 2020 GmbH wird das weitere Vorgehen erläutern.

Welche Möglichkeiten im Raum stehen, will die LGS GmbH im Vorfeld der Gemeinderatssitzung nicht verraten. Damit bleibt offen, ob die Landesgartenschau beispielsweise nur um ein paar Wochen verschoben werden soll, ob der Besuch unter strengen Hygieneauflagen doch im Sommer 2020 möglich sein könnte, oder ob sie gleich komplett um ein Jahr verschoben werden soll.

Allerdings stünden dann zwei Landesgartenschauen am Bodensee an: eine im baden-württembergischen Überlingen und eine im bayerischen Lindau.

 In den Menzinger Gärten soll den Besuchern der Landesgartenschau eine neue Perspektive auf Überlingen gewährt werden. Die Frage
In den Menzinger Gärten soll den Besuchern der Landesgartenschau eine neue Perspektive auf Überlingen gewährt werden. Die Frage ist nur wann. (Foto: bbb)

08.46 Uhr - Wie Blutspender auch in Coronazeiten Leben retten

Mit Visier und Maske steht ein Helfer des Deutschen Roten Kreuzes in Laimnau bei Tettnang. Bevor potenzielle Blutspender in dieser Woche überhaupt hinein zum Check und auf die Liege dürfen, müssen sie einige Fragen beantworten: „Haben Sie Erkältungssymptome? Waren Sie in einem Risikogebiet?“ Dann wird kontaktlos Fieber gemessen.

Montag war Auftakt, bis Freitag läuft die Aktion in Laimnau noch. Jeweils von 13 bis 18 Uhr. Dann geht es für den Blutspendedienst des DRK weiter nach Isny. Die freiwilligen Helfer der jeweiligen Ortsvereine wechseln jeden Tag.

Am Dienstag ist es Johannes Kohler, der da in voller Montur steht. Nach der Befragung nimmt er mit einer Pinzette eine Einwegmaske aus einem Karton und reicht sie an. Spender dürfen diese nicht ablegen, bis sie das Gebäude wieder verlassen haben. Blutspenden in Zeiten von Corona ist alles andere als einfach. Hier lesen Sie mehr.

Bevor Spender überhaupt ins Gebäude dürfen, misst ein DRK-Helfer kontaktlos Fieber und stellt einige Fragen.
Bevor Spender überhaupt ins Gebäude dürfen, misst ein DRK-Helfer kontaktlos Fieber und stellt einige Fragen. (Foto: Mark Hildebrandt)

08.12 Uhr - Schweizer Forscher: Corona-Massenimpfung vielleicht schon ab Oktober

Ein Schweizer Immunologe hat nach eigenen Angaben einen Impfstoff-Kandidaten gegen Corona entwickelt, der nach erfolgreichen Prüfungen möglicherweise noch in diesem Jahr zum Einsatz kommen könnte.

Martin Bachmann vom Universitätsspital Bern will die nötigen Studien und Genehmigungsverfahren so schnell durchlaufen, dass er schon im Oktober Massenimpfungen in der Schweiz für möglich hält.

Die Aufsichtsbehörde Swissmedic bestätigte Gespräche mit Bachmann und anderen Forschern, die an Wirkstoffen gegen Sars-CoV-2 arbeiten.

Im Labor
Etliche Labors weltweit forschen derzeit an Impfstoffen gegen Covid-19. (Foto: John Minchillo / DPA)

„Der Zeitplan ist äußerst optimistisch, aber er ist nicht komplett an den Haaren herbeigezogen“, sagte Swissmedic-Sprecher Lukas Jaggi. „Angesichts der Dringlichkeit, die die Coronavirus-Pandemie mit sich bringt, sprechen wir beim Zulassungsverfahren von Wochen, nicht von Monaten.“

Bachmann setzt auf ein Verfahren mit virenähnlichen Partikeln, die im Körper eine Abwehrreaktion auf den neuen Erreger auslösen sollen. Mit virenähnlichen Partikeln funktionieren auch die Impfstoffe gegen das Papilloma-Virus (HPV), das Gebärmutterhalskrebs auslösen kann, und Hepatitis B.

7.32 Uhr - Mimikexperte: Maske kann bei Gesprächspartner Stress auslösen 

Das Tragen einer Schutzmaske kann laut einem Mimikexperten Stress beim Gegenüber auslösen. „Die Mimik ist wahnsinnig wichtig für die zwischenmenschliche Kommunikation“, sagte Dirk Eilert, Experte für Körpersprache. Verdecke der Gesprächspartner Teile des Gesichts, könnten bestimmte Signale nicht mehr wahrgenommen werden. Das könne Verunsicherung auslösen, wenn Menschen daran nicht gewohnt seien.

Besonders das Lächeln spiele eine große Rolle bei der Einschätzung von sozialer Interaktion. „Die Mimik hilft uns zu sehen, was in dem anderen vorgeht.“ Gleichzeitig könne eine Maske für den Träger aber entspannend wirken, weil dieser sich hinter dem Stoffschutz unter Umständen freier fühle.

7.11 Uhr - Stimmung in Metallindustrie bricht „beispiellos schnell“ ein 

Die Stimmung in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie ist in der Corona-Krise drastisch eingebrochen. Das vom Branchenverband vbm erhobene Geschäftsklima sackte binnen Monatsfrist um 24,1 Punkte auf -29,5 ab, wie der Verband mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Erhebung 1991.

Die Schnelligkeit des Einbruchs sei „beispiellos“, sagte vbm-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Die Unternehmen wurden durch die Corona-Krise mit voller Wucht getroffen“, betonte er. „Die Warenströme kamen praktisch über Nacht zum Erliegen.“

Vor allem die Erwartungen zogen den Index nach unten. Sie gaben um 38,2 auf -41,1 Punkte nach. Die Bewertung der aktuellen Lage verschlechterte sich um 10 Punkte auf -17,9. Die absoluten Werte des Index stellen keine Rekorde dar, in der Finanzkrise 2009 waren sie auf noch tiefere Werte gesunken, das aber langsamer.

Am schlechtesten sind Lage und Erwartungen bei Automobilindustrie und Maschinenbau. In der Elektronikindustrie sind vor allem die Erwartungen äußerst pessimistisch. Noch am besten stellt sich die Lage bei den Herstellern von Metallerzeugnissen dar.

Die staatlichen Liquiditätshilfen seien derzeit „existenziell“, sagte Brossardt. „Der Metall- und Elektroindustrie und Bayern insgesamt steht in der Corona-Krise noch eine harte Zeit bevor.“

Große Arbeitgeber wie ZF hat Dienstreisen in Risikogebiete untersagt. Foto: dpa/Felix Kästle
Am schlechtesten sind Lage und Erwartungen bei Automobilindustrie und Maschinenbau. In der Elektronikindustrie sind vor allem die Erwartungen äußerst pessimistisch. (Foto: Archiv: Felix Kästle/DPA)

6.35 Uhr - Tafeln weiter auf der Suche nach Helfern 

Die Tafeln im Südwesten sind weiter auf der Suche nach Freiwilligen, die längerfristig helfen können. Zwar hätten sich in der Corona-Krise bei allen Tafeln viele neue Helfer gemeldet, sagte Udo Engelhardt, Sprecher der Tafeln Baden-Württemberg. Nicht alle habe man aber auch einbinden können.

„Für ein oder zwei Wochen rentiert sich das in vielen Fällen nicht“, sagte Engelhardt. Denn Helfer bräuchten erstmal viel Anleitung. Erfahrene Freiwillige wissen seinen Angaben zufolge zum Beispiel, welche Lebensmittel für die Tafeln geeignet sind, sie kennen die Ansprechpartner in den Supermärkten sowie die Kunden und Regeln der Tafel.

Viele Tafeln werden von älteren Ehrenamtlichen geleitet. Doch sie gehören in der Corona-Pandemie zur Risikogruppe. „In der aktuellen Krise ist dieses große Kapital der Tafeln zum Risikokapital geworden“, sagte Engelhardt.

Etwa 40 Prozent der 147 Tafeln im Südwesten sind derzeit geschlossen.

Eine Mitarbeiterin der Tafel bereitet Gemüse für die Ausgabe vor
Eine Mitarbeiterin der Tafel bereitet Gemüse für die Ausgabe vor.Viele Tafeln werden von älteren Ehrenamtlichen geleitet. Doch sie gehören in der Corona-Pandemie zur Risikogruppe. (Foto: Patrick Seeger / DPA)

6.18 Uhr - Reinigungsfirmen leiden unter weniger Aufträgen in Corona-Krise 

Reinigungsfirmen im Südwesten beklagen in der Corona-Krise verlorene Aufträge und große Einbußen. Laut dem Bundesverband des Gebäudereiniger-Handwerks ist etwa ein Drittel der Aufträge verloren gegangen. In Jürgen Gödeckers Reinigungsfirma in Karlsruhe sind seinen Angaben zufolge etwa 80 Prozent der Aufträge in der Krise weggebrochen. Viele seiner Kunden, die ihre Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt hätten, wollten jetzt nur noch einmal pro Woche statt wie vorher fünfmal von Gödecker ihre Büros reinigen lassen. Ähnliche Erfahrungen machen auch Firmen in Stuttgart und Heilbronn.

Ein Lichtblick für die professionellen Reinigungskräfte: Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa zufolge nehmen die Bürger die Arbeit der Firmen wahr und schätzen sie. 96 Prozent der Bürger halten die Arbeit der Reinigungskräfte demnach für sehr wichtig oder wichtig. Jeder Vierte findet die Arbeit wichtiger als vor der Krise. Die Umfrage hatte der Branchenverband initiiert.

Gut 700.000 Menschen arbeiten in Deutschland als Gebäudereiniger - laut dem Branchenverband ist es das beschäftigungsstärkste Handwerk in Deutschland.

Ein Mitarbeiter einer Reinigungsfirma den Drücker einer Ampel
Ein Mitarbeiter einer Reinigungsfirma den Drücker einer Ampel. (Foto: Marijan Murat / DPA)

Das waren die letzten Meldungen von Dienstag

21.32 Uhr - Tourismusminister Guido Wolf kündigt Millionen für Gastronomie an

Mit einem Nothilfeprogramm in Höhe von 328 Millionen Euro will Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf (CDU) Betriebe aus Gastronomie und Hotellerie vor der Insolvenz in der Corona-Krise bewahren. Die „Südwest Presse“ berichtet über ein entsprechendes Konzept des Ministers. Dieses sehe nicht rückzahlbare Hilfen in Höhe von 3000 Euro pro Betrieb und weitere 2000 Euro pro rechnerischer Vollzeitstelle vor. Die Pläne müssen laut dem Bericht noch mit dem grünen Koalitionspartner abgestimmt werden.

20.14 Uhr - Konstanzer OB-Wahl wird wegen Corona-Pandemie verschoben

Die Wahl des Oberbürgermeisters in Konstanz wird wegen der Corona-Pandemie verschoben. Der Gemeinderat habe den 27. September als neuen Termin bestimmt, teilte die Stadt am Dienstag via Twitter mit. Eine eventuell notwendige Neuwahl sei für den 18. Oktober festgelegt worden. Das ursprüngliche Datum für die OB-Wahl war der 5. Juli.

Derzeit haben neben dem Amtsinhaber Uli Burchardt (CDU) noch drei weitere Kandidaten ihr Interesse bekundet: So wollen der Konstanzer Architekt Felix Müller, der von den Grünen unterstützte Stuttgarter Stadtrat Luigi Pantisano und der Freiburger Andreas Matt neuer Rathauschef in Konstanz werden.

Laut dem Innenministerium in Stuttgart sind kommunale Wahlen im Südwesten trotz der Corona-Krise möglich. Sie würden jedoch nur erlaubt, wenn die bei Wahlen geltenden Regeln mit den Vorgaben des Infektionsschutzes vereinbar seien. Dies werde im Einzelfall geprüft.

19.10 Uhr - Maskenpflicht: Wer? Wann? Wo? Welche? 

Nachdem die baden-württembergische Landesregierung den Mundschutz zur Pflicht erklärt hat, gibt es auch unter den Lesern von Schwäbische.de noch einige Fragen. 

Wann gilt die Maskenpflicht? Antwort: Ab Montag, 27. April.

Wo gilt die Maskenpflicht? Antwort: In Geschäften beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen des öffentlichen Personenverkehrs. Ob die Maskenpflicht auf geschlossene Räume begrenzt ist oder auch auf Wochenmärkten gilt, ist noch nicht final entschieden. Die nächsten Tage werde die Detailausarbeitung erfolgen, heißt es aus dem Gesundheitsministerium.

Warum es eine Maskenpflicht überhaupt gibt, ob sie auch für Kinder gilt, welche Masken genutzt werden sollen und welche Strafen drohen - zu allen weiteren Fragen und Antworten lesen Sie hier mehr.

Die wichtigsten Meldungen vom Dienstag:

  • Baden-Württemberg führt Maskenpflicht beim Einkaufen und im Nahverkehr ein. (12.09 Uhr)

  • Tourismusminister Wolf kündigt Millionen für Gastronomie an (20.20 Uhr)

  • Sozialminister Manne Lucha glaubt, dass das Stuttgarter Volksfest abgesagt wird. (12.09 Uhr)

  • Münchner Oktoberfest wegen Corona-Krise abgesagt. (09.08 Uhr)

  • In 14 Tagen wird es laut Kretschmann eine Öffnung bei Gottesdiensten und religiösen Feiern geben. (12.09 Uhr)

  • Krankenhäuser im Südwesten waren nicht optimal auf die Pandemie vorbereitet. (06.35 Uhr)

  • Konstanzer OB-Wahl wird wegen Corona-Pandemie verschoben (19 Uhr)

Ausgewählte Artikel zum Virus und seinen Folgen:

Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aus folgenden Quellen:

Dashboard RKI¹, Johns-Hopkins-University², Worldometer³, Ministerium für Soziales und Integration Baden Württemberg⁴, WHO⁵

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