Corona-Neuinfektionen deutschlandweit auf niedrigem Niveau

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Testzentrum
Abstrich für einen Corona-Test. (Foto: Britta Pedersen / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die große Mehrheit der Landkreise und kreisfreien Städte hat in den vergangenen sieben Tagen keine oder nur sehr wenige Neuinfektionen registriert.

365 von 412 Landkreisen haben dem Robert Koch-Institut (RKI) maximal fünf neue Fälle gerechnet auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gemeldet.

Die meisten Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner verzeichnete in den vergangenen sieben Tagen der Landkreis Aichach-Friedberg in Bayern, wo nach einem Ausbruch unter Erntehelfern auf einem Spargelhof 500 Mitarbeiter getestet wurden. Auch in den Landkreisen Coburg, Göttingen, Cuxhaven, Greiz und Hersfeld-Rotenburg kamen vergleichsweise viele Neuinfektionen hinzu.

Für 85 Prozent (158.459) aller registrierten Fälle liegen dem RKI klinische Informationen vor. Demnach sind die häufigsten gemeldeten Symptome einer Erkrankung Husten (49 Prozent), Fieber (41 Prozent) und Schnupfen (21 Prozent). In 16.745 Fällen gaben Patienten einen Geruchs- oder Geschmacksverlust an. Diese Kategorie wurde laut RKI allerdings erst Mitte April eingeführt. In drei Prozent der Fälle wurde eine Lungenentzündung gemeldet.

Aktuell haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI 258 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 185.674 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Freitagmorgen meldete (Datenstand 12.6. 0 Uhr).

8763 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 8 im Vergleich zum Vortag. Etwa 171.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, liegt weiter unter der kritischen Marke von 1,0 bei nun 0,88 (Datenstand 11.6. 0 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 0,86 gelegen.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 11.6. 0 Uhr) zuletzt bei 0,99 (Vortag: 0,86). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Zugleich warnt das RKI nach der wochenlangen Schließung von Hotels, Sportanlagen und Schwimmbädern vor einem möglichen Legionellen-Risiko. Bei unsachgemäßer oder fehlender Wartung könne es nach der Corona-Pause zu einem erhöhten Wachstum dieser Bakterien in Trinkwasseranlagen gekommen sein, schreibt das RKI im „Epidemiologischen Bulletin“.

Legionellen können bei Menschen Krankheiten auslösen - von grippeartigen Beschwerden bis hin zu schweren Lungenentzündungen. Die Erreger werden häufig durch zerstäubtes Wasser übertragen, etwa in Duschen, Whirlpools, durch Luftbefeuchter oder über Wasserhähne. Betreiber sollten vor einer Wiedereröffnung ihrer Trinkwasseranlagen deshalb einen einwandfreien Betrieb sicherstellen, rät das RKI.

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