Claudia Llosa und die Opfer

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Deutsche Presse-Agentur

Bei der 59. Berlinale war erstmals ein Film aus Peru am Start. Regisseurin Claudia Llosa holte mit dem Drama „La Teta Asustada“ („Die Milch des Leids“) am Samstagabend auch gleich auf Anhieb den Goldenen Bären.

Die 32-jährige Regisseurin erzählt von einer jungen Frau, die an den Folgen des Jahre zurück liegenden Terrorsystems in Peru leidet. „Ich wünsche mir, dass der Preis die Aufmerksamkeit wieder auf die Opfer lenkt und das Thema wieder ins Bewusstsein der Menschen bringt“, sagte Llosa nach der Preisverleihung im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Was bedeutet der Goldene Bär für Sie?

Llosa: „Ich hoffe, dass dieser Preis meinem Land sehr viel bedeutet. Ich bin so aufgeregt. Jeder ruft mich an. In der einen Hand halte ich meinen Bären, in der anderen das Telefon, auf dem ständig peruanische Fernsehsender und andere Journalisten anrufen. Das ist ein Traum für mich. Wir brauchen Sachen wie diese. Es ist eine Ehre, diesen Preis als Geschenk zurück nach Peru nehmen zu können. Ich fühle mich sehr, sehr geehrt.“

Was kann so eine Auszeichnung bewirken?

Llosa: „Ich wünsche mir, dass der Preis die Aufmerksamkeit wieder auf die Opfer lenkt und das Thema wieder ins Bewusstsein der Menschen bringt. Ich hoffe, er bringt die Menschen dazu, ihre Herzen für diese Problematik und die Betroffenen zu öffnen und darüber zu reden. Wenn ich so nur ein einziges Opfer wieder in Erinnerung rufen kann, dann wird mir das reichen.“

Was wünschen Sie ihrem Heimatland für die Zukunft?

Llosa: „Für Peru ist gerade ein sehr wichtiger Moment, auch ökonomisch gesehen. Wir müssen hoffen und sichergehen, dass alle Menschen von den wirtschaftlichen Entwicklungen profitieren - also dass der Fortschritt geteilt wird.“

Gespräch: Aliki Nassoufis, dpa

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