Chinesen begrüßen das „Jahr des Schweines“

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Chinesisches Neujahrsfest
Sie begrüßen das neue Jahr: Schneemänner in Harbin, der Hauptstadt der nordöstlichen chinesischen Provinz Heilongjiang. (Foto: Wang Jianwei/XinHua / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Andreas Landwehr

„Schwein gehabt“ steht nicht nur in Deutschland für Glück. Auch das „Jahr des Schweines“, das die Chinesen weltweit in der Nacht von Montag auf Dienstag nach dem Mondkalender begrüßen, verspricht gutes Gelingen und Erfolg.

Das Schwein wird über die Kulturen hinweg schon lange als Glücksbringer verehrt: in Europa als Symbol des Reichtums, der Fruchtbarkeit und Stärke - in China als Zeichen für Wohlstand. Wer viele Schweine hat, ist reich. Egal wo.

Jedes Jahr steht in der chinesischen Kultur unter einem von zwölf Tierkreiszeichen - kombiniert mit fünf Elementen, was die Sache für die Wahrsager ziemlich kompliziert machen kann. In diesem Jahr fällt das Schwein mit dem Element der Erde zusammen, was eigentlich gute Eigenschaften verstärken und negative Strömungen ausgleichen soll. Eine solche Konstellation gibt es nur alle 60 Jahre.

Also, Schwein gehabt? Raymond Lo, Wahrsager in Hongkong, ist sich nicht so sicher. Der Meister des Feng Shui, der Harmonielehre vom „Wind und Wasser“, sieht zwar Frieden und Einklang - aber ohne feste Grundlage oder solide Unterstützung unter der Oberfläche. Denn in diesem Jahr erobere die Erde noch das Element des Wassers, was ein „destruktiver Zyklus“ sei, warnt Lo.

Die friedliche Atmosphäre sei empfindlich, glaubt der Meister deswegen. „Es gibt eine Unterströmung heimlicher Feindseligkeit, so dass es terroristische Aktivitäten, Anschläge, Unruhen und Rebellionen in verschiedenen Teilen der Welt geben wird.“ Das Wasser werde auch Überschwemmungen und schwere Regenfälle bringen.

Damit nicht genug. Instabilität sorge für Erdbeben. Wahrsager Lo verweist auf tödliche Erdstöße im „Erdschweinjahr“ 1959 in Russland, den USA, Taiwan oder Neuseeland. Wetterkatastrophen habe es vor 60 Jahren ferner in Taiwan und Japan gegeben - einen verheerenden Dammbruch in Frankreich. Vor 120 Jahren habe zudem ein schlimmer Blizzard die USA und ein Zyklon Australien heimgesucht.

Nun passieren Naturkatastrophen, Aufstände oder Terrorakte jedes Jahr. Und Wahrsagerei hat immer etwas von „sowohl als auch“. So steht Lo auch ziemlich allein mit seiner Schwarzseherei. Seine chinesische Kollegin Dong Huang blickt mit großer Vorfreude auf das „Jahr des Schweines“, das Entwicklung und Aufbau verspreche. Trotz des Handelskrieges mit den USA, der Chinas Wachstum bremst, erwartet die Wahrsagerin nach dem „Jahr des Hundes“ jetzt wieder einen Aufschwung.

Das Schwein als Symbol des Wohlstands: „Was allgemein die Finanzen angeht, sollten die Leute zuversichtlich sein, weil es sich gut entwickeln wird“, verspricht Dong Huang. Besonders in der zweiten Hälfte des Jahres soll es vor allem mit privaten Unternehmen bergauf gehen. Wo es heute schlecht aussieht - in der Produktion, bei den Exporten und Importen - sei Rettung in Sicht.

Selbst am Aktienmarkt: „Die Börsen werden boomen“, glaubt Dong Huang. Es gebe in diesem Jahr eine glückliche Konstellation, um Geld zu machen. Aber es wird nicht leicht, schränkt sie dann aber auch wieder ein, da alle Wahrsager immer auch gegenläufige Zeichen sehen. „Die Leute müssen hart für ihr Geld arbeiten.“

Wer im „Jahr des Schweines“ geboren wird, dürfte aber schon mal Glück gehabt haben. Denn die guten Eigenschaften, die ihnen nachgesagt werden, scheinen zu überwiegen: mitfühlend, großzügig, aufrichtig, optimistisch und tolerant. Als Schwäche wird ihnen höchstens nachgesagt, dass sie naiv, leichtsinnig, genusssüchtig seien.

Berühmte „Schweine“ sind der Humorist Loriot, der Schauspieler Arnold Schwarzenegger, der Musiker Elton John, die US-Politikerin Hillary Clinton, US-Vizepräsident Mike Pence, der Unternehmer Elon Musk, Kanadas Premier Justin Trudeau und der frühere Geheimdienst-Mitarbeiter Edward Snowden. Ihnen wird auch ein starker Sinn für Gerechtigkeit nachgesagt.

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