China verhängt Sanktionen gegen Christie's

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Deutsche Presse-Agentur

Nach der Pariser Versteigerung von zwei chinesischen Bronzefiguren aus der Kunstsammlung von Yves Saint Laurent hat China weitgehende Sanktionen gegen das Auktionshaus Christie's erlassen.

Die Versteigerung im Grand Palais ungeachtet der chinesischen Proteste werde „ernste Auswirkungen auf die Entwicklung von Christie's in China haben“, teilte die staatliche Verwaltung für das Kulturerbe (SACH) in Peking mit. Am Vorabend waren die beiden Tierköpfe aus der Sammlung des gestorbenen Modeschöpfers Yves Saint Laurent für jeweils mehr als 14 Millionen Euro an einen unbekannten Käufer versteigert worden. Peking betrachtet die vor 150 Jahren aus dem Sommerpalast in Peking von Kolonialtruppen erbeuteten Kunstwerke als nationales Eigentum.

Die Behörde in Peking ordnete zusätzlich zu den üblichen Zollverfahren besondere Kontrollen „auf allen Ebenen“ für die Ein- und Ausfuhr von Kulturgütern durch das Auktionshaus, seine Agenten und Beschäftigen an, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. „In den letzten Jahren hat Christie's mehrfach Kulturgüter verkauft, die aus China geschmuggelt worden sind, und alle betreffenden Gegenstände sind illegal aus dem Land gebracht worden.“ Christie's müsse künftig neben Eigentümerurkunden auch Dokumentationen über deren Geschichte sowie Informationen über die Besitzer einreichen.

Scharf verurteilte die Kulturbehörde, dass sich Christie's über den chinesischen Protest hinweggesetzt und die beiden Tierköpfe versteigerte hatte. Das Auktionshaus habe internationale Konventionen und die kulturellen Rechte des chinesischen Volkes verletzt. China werde weiter mit allen Mitteln versuchen, die beiden Bronzefiguren nach China zurückzuholen.

Der Hasen- und Rattenkopf aus dem 18. Jahrhundert waren während des zweiten Opiumkrieges bei der Plünderung des Sommerpalastes 1860 durch französische und britische Truppen erbeutet worden.

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