Buzz Aldrin bei „Im Schatten des Mondes“-Premiere

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Deutsche Presse-Agentur

Ob er gern noch einmal zum Mond fliegen würde, ob da oben auch Sterne zu sehen sind, und wie er eigentlich damals die Felsstücke ausgesucht hat, die er vom Erdtrabanten mitgenommen hat - als das musste Buzz Aldrin beantworten.

Der zweite Mensch auf dem Mond stand fast eine dreiviertel Stunde lang den Zuschauern bei der Deutschlandpremiere von „Im Schatten des Mondes“ am Montagabend in München Rede und Antwort. Zum 40. Jahrestag der ersten Mondlandung setzt Regisseur David Sington den Astronauten der Apollo-Missionen der NASA mit spektakulären Bildern und Interviews ein Denkmal.

Der Dokumentarfilm über die einzigen Menschen, die jemals einen Fuß auf einen anderen Planeten gesetzt haben, kommt an diesem Donnerstag in die deutschen Kinos. Im Premierenpublikum saß nach Veranstalterangaben auch der deutsche Astronaut Thomas Reiter.

„Wonderful“ sei die Reise zum Mond gewesen, „wunderbar“, sagt der heute 79-jährige Buzz Aldrin, der mit seiner Frau Lois aus Los Angeles angereist war. Auch vom Mond aus seien Sterne zu sehen, allerdings wegen der extremen Kontraste nicht immer, erläutert er, und bei der Auswahl der Mondsteine habe er angesichts der begrenzten Zeit einfach genommen, was gut ausgesehen habe.

Künftig halte er eine Reise zum Mars und sogar ein dauerhaftes Leben dort für möglich. „Wie müssen anfangen, daran zu arbeiten.“ Er sei auch sicher, dass es im All noch andere Lebewesen gebe - und dass es mit ihnen eine Kommunikation geben werde. Die Menschheit sei erst am Anfang ihrer Entwicklung. Er sei überzeugt, „dass noch viel vor uns liegt“.

Buzz Aldrin hatte am 21. Juli 1969 als zweiter Mensch nach Neil Armstrong den Mond betreten. „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit“, hatte Armstrong über Funk an die Welt gegeben, als er den Mondboden berührte. Nach dem gewonnenen Wettlauf mit den Russen um den ersten Mondflug machten die beiden die ersten, vorsichtig hüpfenden Schritte auf dem staubigen Boden und hissten im grellen Sonnenlicht die amerikanische Flagge. Aldrin hatte zuvor die Mondfähre „Eagle“ trotz eines schweren Computerfehlers sicher auf dem Mond aufgesetzt.

Der Film „Im Schatten des Mondes“ zeigt auch bisher unveröffentlichte Bilder aus den NASA-Archiven. In langen Sequenzen sind im Kinosaal die donnernden Starts der Raketen, Alltagsbilder aus der Raumkapsel und der minutenlange Landeanflug von „Eagle“ zum Mond zu sehen, unterlegt von den Originalfunksprüchen von damals. Zehn Apollo-Astronauten - heute alte, aber hellwache Männer - sprechen in Interviews über ihre Eindrücke, ihre Motivation und ihre Gefühle. Sie alle hatten bis 1972 an Mondflügen teilgenommen. Danach betrat kein Mensch mehr den Mond.

Er sei keineswegs einsam gewesen, als er nach dem Abkoppeln von Armstrong und Aldrin alleine im Mutterschiff weiter den Mond umkreiste, berichtet etwa Michael Collins in dem Film. Schließlich habe das Kontrollzentrum auf der Erde ständig auf ihn eingeredet. Collins beschreibt auch, wie zerbrechlich die Erde aus dem All ausgesehen habe. Die Mondlandung, die Hunderte Millionen Menschen im Fernsehen verfolgten, habe die Menschheit kurzzeitig verbunden.

Aldrin, der sich heute über seine Firmen und eine Stiftung für die Förderung der Raumfahrt und des Weltraumtourismus einsetzt, fordert nun, mit verstärkten Kräften an einem bemannten Flug zum Mars zu arbeiten. Die Nationen, die an einer solchen Mission Interesse hätten, müssten „international an einem Strang ziehen“, um die Fragen auf dem Weg dahin so rasch wie möglich zu lösen. Der Mars sei ein attraktiver Ort. Möglicherweise könne man dort ein Habitat absetzten und dieses bei weiteren Missionen nutzen. Und angesichts der Milliardensummen für marode Banken: „Die Kosten für die Raumfahrt sind im Vergleich so gering.“

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