Brutprogramm hilft seltenen Kakapo-Papageien

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Deutsche Presse-Agentur

Bevölkerungsexplosion bei einer der seltensten und fast ausgestorbenen Papageienarten: Die Kakapo in Neuseeland waren in jüngster Zeit so aktiv, dass ihre Population mit 6 neu geschlüpften Küken auf über 100 Exemplare gestiegen ist.

Begeistert haben die Ornithologen auf der Codfish-Insel zudem 24 weitere Eier entdeckt, berichtete Deidre Vercoe, Leiterin des Brutprogramms, am Mittwoch im neuseeländischen Rundfunk. Eine ganzes Team von Experten und Freiwilligen bewacht die Nester in der Nacht, wenn die Tiere auf Nahrungssuche gehen, und hofft auf weiteren Nachwuchs.

Die scheuen Nachtvögel, die nicht fliegen können, galten als ausgestorben - wie viele Tierarten in Neuseeland, nachdem Siedler fremde Raubtiere eingeschleppt hatten. Doch 1976 wurden einige Kakapo (Strigops habroptilus) zufällig auf der Stewart-Insel entdeckt. Die Tierschutzbehörden starteten ein Brutprogramm auf der nahe gelegenen Codfish-Insel. Dort gibt es zwar keine natürlichen Feinde der Kakapo, doch wollen die Spezialisten auf Nummer sicher gehen: Die Küken werden in einer Zuchtstation zunächst von Hand großgezogen, ehe sie zurück in die geschützte Wildnis kommen. Ausgewachsene Kakapo- Männchen wiegen bis zu 2,2 Kilogramm.

Kakapos sind nach Angaben von Vercoe eigentlich nicht sehr liebestoll. Die Weibchen werden erst mit sechs Jahren geschlechtsreif und legen nur alle zwei bis vier Jahre Eier. Auch die Männchen sind eher Spätzünder. Sie entwickeln erst mit fünf Jahren Interesse für das andere Geschlecht. In den ersten 30 Jahren des Brutprogramms überlebten nur 20 Küken. 2006 und 2007 waren gar keine geschlüpft. Vercoe glaubt, dass zum jüngsten Bruterfolg die besonders gute Ernte an Früchten des Rimu-Baumes in diesem Jahr beigetragen hat. Auf die Früchte sind die Kakapo-Weibchen zum Füttern ihrer Jungen angewiesen.

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