Bretonische Geheimnisse

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Kommissar Dupin - Bretonische Geheimnisse
Eine Filmszene aus „Kommissar Dupin - Bretonische Geheimnisse“. (Foto: Wolfgang Ennenbach/ARD Degeto / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Andreas Heimann

Schon die erste Szene lässt nichts Gutes erwarten: Der junge Mann am Steuer seines Geländewagens fährt wie im Delirium, als wäre er auf der Flucht vor einer Armada von Verfolgern.

„Sei mir gnädig, Herr“, fleht er immer wieder, „sei mir gnädig!“ Und dabei rutscht ihm fast eine Pistole vom Beifahrersitz, während er über eine einsame Landstraße in der Bretagne brettert. Und seine Panik wird nicht weniger, als er schließlich an einer kleinen Kirche ankommt und verzweifelt in einer der vorderen Bänke auf die Knie sinkt: „Oh Gott, was habe ich getan?“

Kommissar Georges Dupin (Pasquale Aleardi) ist währenddessen mal nicht mit dem Aufklären von Verbrechen beschäftigt, sondern halbwegs entspannt beim Umzug in das Haus, in dem er mit Claire (Christina Hecke) künftig wohnen will. Und dabei findet er in einem der Umzugskartons ein altes Comic-Heft über Lancelot, den Helden am Hof von König Artus. Gleich daneben liegen etliche Kinderfotos, die Dupin als Ritter verkleidet beim Spielen im Wald von Brocéliande zeigen - Artus hat ihn schon immer fasziniert.

Eigentlich will Dupin kurz danach nur einen Abstecher in den Wald seiner Kindertage machen - da überfährt er beinahe eine Frau. Und damit hat der Kommissar gleich einen neuen Fall an der Backe, denn Blanche Cadiou (Oona von Maydell) hat gerade ihren Mann Fabien leblos auf dem Boden liegend gefunden - ermordet. Zuvor hat jemand sein Arbeitszimmer gründlich durchwühlt. Aber was hat er gesucht? Und wo ist der Zusammenhang mit dem zweiten Toten, der kurz darauf entdeckt wird? Dupin steckt schneller, als ihm lieb ist, in komplizierten Ermittlungen, die alle mit dem Wald von Brocéliande zu tun haben.

Das Erste zeigt den neuen Film der Reihe um „Bretonische Geheimnisse“ nach einem Roman von Jean-Luc Bannalec am Donnerstag (11. April) um 20.15 Uhr. Gedreht wurde er im Herbst 2018 wie gewohnt an Originalschauplätzen in der Bretagne - viele ausgesprochen dekorative Landschaftsaufnahmen inklusive. Es ist schon die siebte Verfilmung eines Kommissar-Dupin-Romas, die allesamt Bestseller waren.

Donnerstagskrimis gibt es viele - allerdings nicht immer so spannende wie die mit Pasquale Aleardi in der Hauptrolle. Das gilt unbedingt auch für den neuen Fall in der Regie von Bruno Grass und nach dem Drehbuch von Eckhard Vollmar. Ein bisschen Mythologie muss dabei sein: Der Wald von Brocéliande ist sagenumwoben, der Zauberer Merlin und seine Gefährtin Viviane, aber auch Artus und seine Tafelrunde sollen dort einst umhergestreift und sogar der Heilige Gral dort versteckt sein.

Dupin findet schnell heraus, dass die beiden Toten Hobbyhistoriker und Artusforscher waren. Einer von ihnen, Paul Picard (Peter Sikorski) war der verstörte Geländewagenfahrer. Was hatten sie entdeckt: das Artus-Schwert Excalibur? Jedenfalls sind sie Marc Denvel (Kai Ivo Baulitz) im Weg gewesen, der 40 Millionen Euro in einen Erlebnispark im Wald von Brocéliande investieren will und von einem Artus-Disneyland träumt. Aber ist er auch der Mörder?

Manches spricht eher für Bastian Terrier (Harald Schrott), einen sadistischen Hundebesitzer, der behauptet, den zweiten Toten gefunden zu haben. Doch kaum verdichten sich die Indizien, wird auch er ermordet. Dupin hat noch einiges zu tun, bis er auch dieses bretonische Geheimnis gelüftet hat und weiß, wie das alles zusammenhängt: der Einbruch bei den Cadious, die drei Toten und die Artussage.

Kommissar Dupin - Bretonische Geheimnisse

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