Blechen für den falschen Sonnenschutz

Lesedauer: 4 Min
 Auch wenn die Sonne beim Autofahren lästig sein kann: Die Frontscheibe muss klar, lichtdurchlässig und verzerrungsfrei sein.
Auch wenn die Sonne beim Autofahren lästig sein kann: Die Frontscheibe muss klar, lichtdurchlässig und verzerrungsfrei sein. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Getönte Scheiben, Rollos und Sonnenblenden zum Nachrüsten erfreuen sich großer Beliebtheit. Was ist erlaubt, und was ist verboten?

Maßgeblich ist in diesem Zusammenhang die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), erklärt der TÜV Thüringen. Sie legt fest, was gestattet ist und womit man im Zweifel ein Bußgeld oder sogar den Versicherungsschutz riskiert. Zwar lassen abgedunkelte Scheiben und Sonnenblenden weniger Sonne ins Auto, tragen zu etwas niedrigeren Temperaturen im Innenraum bei und wirken einer Blendung durch direkte Sonneneinstrahlung entgegen. Doch schätzt der Gesetzgeber die potenziell eingeschränkte Sicht als größeres Risiko ein und hat deshalb eine wichtige Einschränkung definiert:

Wärmeschutzverglasung zulässig

Alle Scheiben, „die für die Sicht des Fahrzeugführers von Bedeutung sind, müssen klar, lichtdurchlässig und verzerrungsfrei sein“, heißt es in der StVZO. „Gemeint sind damit die Frontscheibe und die vorderen Seitenscheiben. Erst ab der B-Säule kann die Tönung der Scheiben auch mit Folien erfolgen“, erläutert Torsten Hesse vom TÜV Thüringen. „Die von einigen Herstellern ab Werk angebotenen Wärmeschutzverglasungen dürfen auch im Sichtbereich des Fahrers zum Einsatz kommen.“

Wer sich nicht daran hält, riskiert nicht nur ein Bußgeld von mindestens zehn Euro. Oft wird es teurer: „Denn wenn die Verkehrssicherheit wesentlich beeinträchtigt wird, steigt das Bußgeld auf 90 Euro und man erhält zusätzlich auch noch einen Punkt in Flensburg“, sagt Hesse. Kommt es mit unzulässig abgedunkelten Scheiben zu einem Unfall, könne die Kfz-Versicherung sogar den Versicherungsschutz infrage stellen.

Probleme mit dem TÜV

Außerdem muss bei den Folien unbedingt auf eine Allgemeine Bauartgenehmigung (ABG) geachtet werden. „Andere Folien sorgen spätestens bei der nächsten Hauptuntersuchung für Probleme“, so Hesse. Für die Seitenscheiben ab der B-Säule und für die Heckscheibe gibt es keine Vorgaben zur maximal erlaubten Verdunkelung. Die Folie darf theoretisch sogar blickdicht sein, wenn sie dennoch über eine Bauartgenehmigung verfügt.

Gebräuchlicher sind aber Folien mit einer Lichtdurchlässigkeit zwischen drei und 30 Prozent. Hierbei sind auch verschiedene Tönungen möglich, um beispielsweise eine bessere Sicht durch die Heckscheibe zu gewährleisten. Bei abnehmbaren Sonnenblenden und Rollos für hintere Seitenscheiben und die Heckscheibe ist keine Genehmigung erforderlich. (dpa)

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen