Blackout bei Ü-40-Disco: Die Komödie „Krauses Umzug“

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Krauses Umzug
Die Krauses ziehen um. (Foto: Arnim Thomaß / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Klaus Braeuer

Polizeiruf 110“-Fans haben ihn damals wehmütig verabschiedet: Bis vor wenigen Jahren war Horst Krause (Horst Krause) ein Dorfpolizist, der auf seinem Motorrad mit Hund im Seitenwagen über die Landstraße bretterte. Jetzt ist er Dorfwirt, seine neuesten Abenteuer zeigt der ARD-Film „Krauses Umzug“ am Freitag um 20.15 Uhr.

Bernd Böhlich (62, „Und der Zukunft zugewandt“) schrieb wieder das Drehbuch und führte Regie. Die Schauspieler scheinen ungewöhnlich gut zu harmonieren. „Ach, wie in jeder Familie gibt's auch mal Streit. Aber niemand von uns ist nachtragend und weiß, was er am anderen hat“, sagte Böhlich dazu der Deutschen Presse-Agentur.

Von wegen Umzug - Krause (Horst Krause) denkt erstmal gar nicht dran. Seine Schwester Elsa (Carmen-Maja Antoni), die jetzt bei ihrer Jugendliebe in Vorpommern lebt, kommt nämlich zurück, während die andere Schwester Meta (Angelika Böttiger) am liebsten wieder mit ihrem Mann Rudi (Tilo Prückner) ins verstaubte Wohnmobil steigen und reisen möchte.

Es geht aber vor allem um eine große Liebe, einen verlassenen Dackel und auch um Nachbar Schlunzke (früher gespielt von dem 2017 gestorbenen Andreas Schmidt). Dessen Villa steht leer, chinesische Investoren rücken an, doch da sei Bürgermeister Stübner (Boris Aljinovic) vor. Er hat ein Auge auf Paula (Pauline Knof) geworfen, die auf Krauses Hof lebt und kocht, mit ihrem Sohn Timo (Cai Cohrs). Aber da sind ja auch noch Timos Vater Sven (Steffen Schroeder) und sein Lehrer Seifert (Steffen Groth), der in einem alten Planwagen haust.

Auf dem Hof wird's auch mal laut, denn eine Disco für „Leute Ü 40“ soll helfen, Paula unter die Haube zu bringen. Da singt dann sogar Rudi im Glitzerjackett, Krause greift zur Trompete - und dann fällt der Strom aus, und plötzlich sitzt eine Dame vom Tanzball (Manon Straché) auf Krauses Bett. Im Film ist Sommer, da lebt es sich sowieso leichter, es wird viel und gut geschmaust und mit dem Motorrad herumgebraust, und es schreitet schon mal ein Storch dekorativ durchs Bild.

Es ist einfach hübsch zu sehen, wie sich die Alten um das (Liebes-)Wohl der Jüngeren sorgen. Das und vieles andere hat Böhlich - von kleinen Schwächen abgesehen - erneut ebenso altmodisch wie trefflich eingefangen, mit viel Lokalkolorit und Feingefühl für die Figuren. Diese werden mit ebensolchem von einem guten Schauspieler-Ensemble verkörpert, dem die Rollen sichtlich Freude machen. Die Dreharbeiten für den nächsten Krause-Film starten im Mai.

Krauses Umzug

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