Berliner Modewoche startet durch

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Deutsche Presse-Agentur

In Krisenzeiten ist das Leben anscheinend nicht mehr ganz so bunt: Wer im nächsten Herbst und Winter gedeckte Farben trägt, macht aus modischer Sicht wenig verkehrt.

Auf der Berliner Modewoche sind auffällig viele Kreationen in dezenten Tönen wie Grau, Blau, Braun oder Schwarz zu sehen. Fuchsia und Türkis bleiben aber im Trend. Den Nachwuchswettbewerb der Fashion Week, der von Peek & Cloppenburg ausgerichtet wurde, gewannen am Freitag die Berliner Designerin Julia Knüpfer (Living Room) sowie Joel Horwitz aus Krefeld. Sie nehmen nun an einem Förderprogramm des Modehauses teil.

Am Donnerstagabend stellte Designer Dirk Schönberger im Museum Hamburger Bahnhof seine Kreationen für das Label Joop! vor, die sehr klassisch wirkten. Ein Blickfang waren Metallapplikationen und Lederrollis, die die Männer unter dem Hemd trugen. Die pluderig geschnittene Lederhose dürfte etwas für Mutige sein.

Trompeter Till Brönner eröffnete zuvor mit einem Jazz-Ständchen die Schau von Strenesse Blue im Zelt am Bebelplatz. Unter den Gästen waren Boris Becker und die Schauspieler Ulrich Noethen, Jan Josef Liefers, Hannah Herzsprung, Anna Maria Mühe und Christiane Paul. Auf dem Laufsteg zu sehen waren Kleidchen mit Tartan-Muster oder auch ein senfgelber Overall. Als Accessoires trugen die Models große Taschen im Wuschel-Look. Am Freitagabend lud Michael Michalsky zur Show in die Zionskirche ein. Sein Motto: „Saints and Sinners“, Heilige und Sünder.

Auffällig bei der Fashion Week: Männer dürfen Strickjacken wieder in den Bund stecken. Bei vielen Hosen sitzt der Schritt tief; das Comeback der Karotte ist offensichtlich. Außerdem ist beim Publikum auf der Modewoche zu beobachten, dass Jogginghosen - mit einem edlem Teil kombiniert - als Abendgarderobe genutzt werden können. Bei Männern und Frauen ist immer noch der „Nerd“-Schick angesagt, der Streberlook. Manche Brille erinnert an Bilder von Hillary Clinton aus den 70er Jahren.

Parallel zur Modewoche läuft auch die Modemesse Premium, die Kollektionen aus dem gehobenen Segment vorstellt. Veranstalter Norbert Tillmann sagte, noch sei von der Finanzkrise nichts zu spüren. Die Rückkehr der Streetwear-Messe Bread & Butter nach Berlin sei keine Konkurrenz, da sie ein anderes Feld abdecke. „Es ist gut für die Branche“, meinte Tillmann. Es wäre aber sinnvoll, wenn die Modeveranstaltungen einen gemeinsamen Termin fänden.

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