Berlinale-Jury zeigt sich politisch kämpferisch

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Deutsche Presse-Agentur

Die Jury der 59. Berlinale hat sich zum Auftakt des Filmfestivals politisch kämpferisch gezeigt. Jury-Präsidentin Tilda Swinton forderte, die Welt müsse ihren Blick auf die Krisenherde der Welt richten.

Die Annahme, dass die größte Krise derzeit die Finanzkrise ist, sei falsch, sagte die britische Schauspielerin am Donnerstag wenige Stunden vor der offiziellen Eröffnung der Internationalen Filmfestspiele Berlin. „Die Finanzkrise betrifft aber in erster Linie nur die Reichen“, meinte Swinton. Es gebe jedoch noch ganz andere Krisen in der Welt, wie zum Beispiel den Gaza-Konflikt.

„Niemand spricht über die Ärmsten der Armen, die wirklich betroffen sind“, sagte Jury-Mitglied Henning Mankell. „Ich klage die Massenmedien der westlichen Welt an, schrecklich falsch über Afrika zu berichten. Wir erfahren nicht, wie die Menschen dort leben“, sagte der schwedische Bestseller-Autor, der selbst zeitweise in Mosambik lebt. Die Fernsehzuschauer und Zeitungsleser in Europa erführen nur von den Toten in Afrika.

Jurymitglied Christoph Schlingensief sagte, das Medium Film könne zur Aufklärung beitragen. „Wir können uns nicht pausenlos dirigieren lassen, wir müssen lernen, dass wir selber auch gestalten können. Das ist auch, was eine Filmkamera leisten kann“, erklärte der Film- und Theaterregisseur. Die insgesamt siebenköpfige Jury entscheidet über die Vergabe des Goldenen und der Silbernen Bären.

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