Beginner gegen Gewinner

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Beginner gegen Gewinner
Bei Joko Winterscheidt treffen Hobbysportler auf Profis. (Foto: Christoph Schmidt / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Antje Wessels

Durch den selbst gewählten Frühruhestand von Spaßvogel Stefan Raab im Jahr 2015 büßte die 1994 gegründete Produktionsfirma Brainpool ihre Vormachtstellung in der deutschen Entertainmentbranche ein. Die bis heute in Köln ansässige Firma aber gibt es noch immer.

In die Lücke, die Raab hinterließ, stieß unter anderem das Unternehmen Florida TV mit seinen beiden Aushängeschildern Joko Winterscheidt (39) und Klaas Heufer-Umlauf (34). Seit Beendigung ihrer wöchentlichen Blödelshow „Circus HalliGalli“ haben sich die beiden auch unabhängig voneinander weiterentwickelt.

Aus der Innovationsmaschinerie Florida TV ging im Frühjahr 2016 das mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Format „Die beste Show der Welt“ hervor; eine abendfüllende Sendung, in der sich Joko und Klaas gegenseitig darin duellieren, wer die beste Show im Stile großer Abendunterhaltung auf die Beine stellt.

Aus der von Winterscheidt erdachten „Show in der Show“ mit dem Titel „Dabei sein ist teuer“ wurde Anfang 2017 das Format „Beginner gegen Gewinner“, in der Hobbysportler gegen Profis antreten. An diesem Samstag (20.15 Uhr) bringt ProSieben eine neue Folge, die sich zeitgleich mit der ARD-Show „Frag doch mal die Maus“ und „Einstein Junior“ auf RTL messen muss.

Der Clou von Winterscheidts Format: Die Kandidaten dürfen sich für ihre durchtrainierte Konkurrenz ein Handicap aussuchen und erhöhen somit die sonst eher geringe Chance, sich gegen einen Athleten zu behaupten, der in der Regel diverse Siege in Turnieren seiner Sportart vorweisen kann.

In dem Spektakel treten unter anderem Boxweltmeister Tyron Zeuge und der Biathlet Andreas Birnbacher gegen Amateurkonkurrenz an - „Beginner gegen Gewinner“ ist abseits seines Unterhaltungswertes, der entsteht, wenn ein Boxprofi in Rollschuhen den Ring betritt, auch eine absolut ernstzunehmende Sportveranstaltung.

Für Moderator Winterscheidt ist es ein weiterer Job ohne seinen jahrelangen Wegbegleiter Klaas Heufer-Umlauf, auch wenn dieser in der neuen Ausgabe von „Beginner gegen Gewinner“ einen kleinen Gastauftritt hat, um sich liebevoll-hämisch über seinen Kollegen lustig zu machen.

Auf die Frage, ob er lieber für eigene oder fremde Projekte arbeite, sagte der Showmaster der Deutschen Presse-Agentur, es sei „das Allerschönste, sich eine Sendung auszudenken, die man dann sogar selbst moderieren darf“. Diese Begeisterungsfähigkeit ist dem gebürtig aus Mönchengladbach stammenden Moderator anzumerken.

In der Show tritt Winterscheidt auch selbst an: Beim Biathlon - nicht gerade seine Paradedisziplin - nimmt er es mit dem 25-fachen deutschen Meister Andreas Birnbacher auf. Der ist mit einem Monoski und Wurstfingern ausgestattet, die den Ausnahmeathleten sowohl beim Langlauf als auch beim Schießen behindern sollen - ein amüsantes Duell.

„Als ich mir die Bilder angesehen habe, war ich selbst überrascht, wie amüsant das ausgesehen hat“, räumt Winterscheidt ein. Wenn es dann im nächsten Showakt einen Boxkampf auf Profiniveau zu bestaunen gibt, zeigt sich, wie wenig „Beginner gegen Gewinner“ mit den Albernheiten früherer Joko- und-Klaas-Projekte zu tun hat.

Der Florida TV ist ein Format gelungen, das Entertainment und ernstzunehmenden Hochleistungssport kombiniert. „Vielleicht ist der Samstagabend irgendwann nur noch 90 Minuten lang“, fürchtet Winterscheidt, dessen Show glatte vier Stunden dauert. Kürzungen müssen in diesem Fall nicht sein, denn „Beginner gegen Gewinner“ hat den ganz langen Auftritt verdient.

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