Auch Sharp rechnet erstmals mit roten Zahlen

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Deutsche Presse-Agentur

Der japanische Elektronikkonzern Sharp rechnet wegen Absatzeinbußen bei LCD-Fernsehern und Mobiltelefonen im laufenden Geschäftsjahr erstmals seit fünf Jahrzehnten mit roten Zahlen und streicht 1500 Zeitarbeiterstellen.

Wie der größte Hersteller von LCD-Fernsehern des Landes am Freitag bekanntgab, dürfte im noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahr ein operativer Fehlbetrag von 30 Milliarden Yen (260 Mio Euro) anfallen. Das wäre der erste Jahresverlust seit Bekanntgabe von Betriebsergebnissen 1953. Im Oktober hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 130 Milliarden Yen in Aussicht gestellt nach 183,7 Milliarden Yen im Vorjahr.

Auch unter dem Strich rechnet die Sharp Corp. erstmals seit 1950 mit einem Verlust und zwar von 100 Milliarden Yen. Zuvor war Sharp noch von 60 Milliarden Yen Gewinn ausgegangen (Vorjahr: 101,9 Milliarden Yen). Der Umsatz dürfte sich nur noch auf 2,9 Billionen Yen belaufen statt 3,4 Billionen Yen. Sharp reiht sich ein in eine lange Liste japanischer Elektronikkonzerne wie Sony, Panasonic und NEC, die wegen der Krise und des Preisverfalls Verluste erwarten und Stellen abbauen. Der weltweite Absatz von LCD-TV wird Schätzungen zufolge dieses Jahr erstmals in der Branchengeschichte zurückgehen.

In den ersten neun Geschäftsmonaten hatte Sharp einen Nettoverlust von 37,8 Milliarden Yen erlitten, nach einem Gewinn von 72,9 Milliarden Yen im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank um 10,3 Prozent auf 2,3 Billionen Yen. Die japanische Elektronikbranche, eine Schlüsselindustrie der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt, erlebt derzeit eine ihrer bislang schwersten Krise.

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