Auch Canon mit Gewinneinbruch

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Deutsche Presse-Agentur

Der japanische Elektronik-Konzern Canon hat in Folge der Weltwirtschaftskrise und des rasanten Yen-Anstiegs den ersten Ergebnisrückgang seit neun Jahren erlitten.

Wie der größte Kamerahersteller der Welt am Mittwoch bekanntgab, sank der Nettoertrag in dem Ende Dezember abgeschlossenen Geschäftsjahr um 36,7 Prozent auf 309,15 Milliarden Yen (2,6 Mrd Euro). Der Umsatz ging um 8,6 Prozent auf 4,1 Billionen Yen zurück. Für das laufende Jahr rechnet Canon angesichts der Yen-Stärke und des Preisverfalls nun mit dem niedrigsten Gewinn seit einem Jahrzehnt. Demnach dürfte der Nettoertrag um 68,3 Prozent auf 98 Milliarden Yen zurückgehen.

Der Betriebsgewinn wird demnach ebenfalls drastisch um 67,7 Prozent auf 160 Mrd Yen sinken und der Umsatz um 14,5 Prozent auf 3,5 Billionen Yen. Im Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahres war der Nettoertrag auf 11,62 Mrd Yen zusammengeschmolzen, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 127,8 Mrd Yen erwirtschaftet worden waren.

Dass es der gesamten Branche schlecht geht, zeigt auch die Lage bei den beiden größten Verbraucherelektronikherstellern der Welt, Sony und Panasonic. Auch sie erwarten wegen der Rezession in Europa, Japan und den USA sowie der Yen-Festigung deutlich verschlechterte Bilanzen. So gab Sony, wo 16 000 Stellen wegfallen, kürzlich eine drastische Gewinnwarnung aus und rechnet in dem noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahr mit dem ersten operativen Verlust seit 14 Jahren.

Auch der in Osaka angesiedelte Rivale Panasonic senkte Ende November seine Gewinnerwartungen drastisch um 90 Prozent auf netto 30 Milliarden Yen. Wie japanische Medien am Mittwoch unter Berufung auf informierte Quellen berichteten, droht Panasonic wegen des Preisverfalls und des Anstiegs des Yen sogar der erste Nettoverlust seit sechs Jahren. Der führenden Wirtschaftszeitung „Nikkei“ zufolge dürfte sich der Fehlbetrag wegen erhöhter Restrukturierungskosten auf etwa 100 Milliarden Yen belaufen. Demnach plant Panasonic nun weitere Umstrukturierungsmaßnahmen, wozu die Schließung von zwei Werken in Malaysia und eines auf den Philippinen gehöre.

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