Antarktis wird insgesamt wärmer statt kälter

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Deutsche Presse-Agentur

Entgegen der bisherigen Annahmen erwärmt sich die Antarktis im Zuge des Klimawandels doch. Bislang gingen die meisten Klimaforscher davon aus, dass die recht kleine westantarktische Halbinsel zwar wärmer wird, der weitaus größere Rest der Antarktis aber abkühlt.

Doch eine neue Analyse zeigt, dass sich der Kontinent insgesamt in den vergangenen 50 Jahren erwärmt hat, die Westantarktis sogar ähnlich stark wie der Rest des Erdballs. Die Herbsttemperatur in der Ostantarktis sinke zwar, über das gesamte Jahr betrachtet zeige sich jedoch auch dort ein Trend zu steigenden Temperaturen, schreiben US-Forscher im britischen Fachjournal „Nature“ (Bd. 457, S. 459) vom Donnerstag.

Die Durchschnittstemperatur der Westantarktis hat sich im Schnitt um 0,12 Grad Celsius pro Jahrzehnt erhöht, wie die Gruppe um Hauptautor Eric Steig von der Universität Washington in Seattle errechnet hat. Die Forscher hatten die Daten von Wetterstationen mit Infrarot-Satellitenmessungen kombiniert und mit Hilfe statistischer Methoden die Temperaturentwicklung von 1957 bis 2006 bestimmt. Demnach erwärmt sich eine wesentlich größere Fläche der Antarktis als die westantarktische Halbinsel. Steig kritisierte bisherige Analysen zur Antarktistemperatur: „Einige Menschen haben im Kopf gerechnet, anstatt wirklich Mathematik zu betreiben.“

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