Anna Ternheim haut auf die Pauke

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Deutsche Presse-Agentur

Mit leisen Tönen und einer mädchenhaft-fragilen, unaufgeregten Stimme betrat die Schwedin Anna Ternheim mit ihrem Album „Somebody Outside“ (2004) und einem auf wenige Instrumente reduzierten Akustiksound charmant die Bühne.

Bei dieser spröden Einfachheit sollte es die Stockholmerin aber nicht belassen. Schon bei „Separation Road“ (2006) hatte sie bereits einen opulenteren Entwurf von Popmusik im Kopf, um jetzt bei ihrem neuen Album „Leaving On A Mayday“ richtig auf die Pauke zu hauen.

Bei allem Brimborium - geblieben ist die süße Melancholie, die alle Liebeslieder der 30-Jährigen durchströmt. Die Liebe - das ewige und ausschließliche Thema der Schwedin. An das Glück scheint Anna Ternheim, die in ihren Texten von lauter Selbstzweifeln geplagt scheint, dabei nur in Ausnahmefällen zu glauben. Und so singt sie über die schwierige Liebe und tausend andere zwischenmenschliche Misslichkeiten - über Nähe und den Verlust derselben, über das Finden und das Verlassen.

Und dazu wird ordentlich getrommelt. Um etwa die bösen Geister zu vertreiben? Wer weiß. Unwiederbringlich dahin scheinen jedenfalls die kargen Singer-Songwriter-Tage der Anfangszeit mit den scheuen, stillen und intimen Stücke. An ihre Stelle sind eingängige, groß rhythmisierte Popsongs - gerne auch mal mit einem leicht arabischen Einschlag - getreten, die üppig instrumentiert immer wieder mit gewaltigem Paukenschlag, mit Geigen und großem Chor unverhohlen auf ein größeres Publikum schielen. Die Fragilität ist endgültig mit Schwung verabschiedet worden, auch wenn es vielleicht manchmal ein wenig zuviel des Guten ist.

Die dichteren Arrangements und die gesteigerte Instrumentenfülle mag manch einer bedauern, aber wer so berückend immer wieder „Let It Rain“ in dem gleichnamigen Song singt, der zielt mitten aufs Herz. Für karge Melancholiker gibt es immerhin noch den „Summer Rain“. Es regnet viel in Anna Ternheims Nachtliedern und solange ihr zauberhafter Gesang im Mittelpunkt steht, ist alles gut.

14.04.09 Hamburg Uebel & Gefährlich 15.04.09 Dresden Beatpol 16.04.09 Berlin Postbahnhof 21.04.09 Stuttgart Theaterhaus 22.04.09 München Freiheiz 27.04.09 Köln Luxor 28.04.09 Frankfurt Batschkapp

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