„Alter und Schönheit“: Männer in den besten Jahren

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Deutsche Presse-Agentur

Das Schwere ist das Leichte in diesem Film über und für die Generation 50plus. Es geht ums Sterben und um die Seelenlandschaft alternder Männer, was zunächst langweilig klingen mag, aber nicht ist.

Bei Manni (Peter Lohmeyer) ist von Anfang an klar, wohin die Reise führt, denn er ist krebskrank und hat nur noch wenig Zeit zu leben. Natürlich können seine drei Jugendfreude ihm seinen letzten sehnlichen Wunsch nicht abschlagen: Manni möchte Rosi, seine große Liebe und Königin ihrer damaligen Clique noch einmal sehen und sie um Verzeihung bitten. Eine dünne Geschichte - wenn Mannis Freunde nicht von Henry Hübchen (Harry), Armin Rohde (Bernie) und Burghart Klaußner (Justus) gespielt werden würden.

Anstatt sich sofort auf die Suche nach Rosi zu machen, zwängen sich die drei Freunde in den engen Ferrari und rasen damit herum, dann schlagen sie in Mannis Bungalow ihr Lager auf. Bruchstückhaft wird deutlich, welches Leben die drei um sich herum aufgebaut haben, das heftig ins Wanken gerät, als sie gemeinsam ein vergessen geglaubtes Lebensgefühl von damals heraufbeschwören. Eine Zeit der Hoffnung und der Ideale, einer Zeit, in der das Unmögliche möglich erschien. Und nun läuft ausgerechnet für Manni, den jüngsten und als beliebter Fernsehkommissar erfolgreichsten von ihnen, die Zeit ab. Nur die Hoffnung auf ein endliches Wiedersehen mit seiner Jugendliebe Rosi scheint ihn noch aufrecht zu halten.

Natürlich wird Rosi gefunden und natürlich gibt es da zunächst ein Problem, denn Rosi (Sibylle Canonica) will Manni nicht sehen und knallt den Dreien die Tür ihrer Wohnung in einer tristen Hochhaussiedlung vor der Nase zu. Dann heißt es Großreinemachen. Der Lebensmüll, der sich bei den Männern angehäuft hat, wird zunächst hin und her geschoben, dann beseitigt. Bernie merkt, dass seine Liebe zu Frau und Job auf der Strecke geblieben ist, Justus spürt, dass Arbeit nicht alles ist im Leben und Harry muss damit klarkommen, dass Frau und Geliebte ihn gleichzeitig verlassen.

Der Filmproduktionsfirma X Filme Creative Pool („Good-bye, Lenin!“, „Alles auf Zucker“), in diesem Fall dem Produzenten Stefan Arndt, gelingt es in weiten Teilen, ein ernstes Thema mit Leichtigkeit und subtilem Humor auf die Leinwand zu bringen. Vor allem Peter Lohmeyers Darstellung des sterbenden Schauspielers und Ex-Hippies trägt dazu bei. Seine Vielseitigkeit bewies der 46-Jährige „Das Wunder von Bern“ bereits in diversen Film- und Fernsehproduktionen.

Die Reise endet für Manni an einer langen staubigen Straße und Rosi küsst ihn dann doch, den Mann, der sie so verletzt hatte, dass sie ihn nie im Leben wiedersehen wollte.

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