Alte Nationalgalerie zeigt Graff-Gemälde

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"Die Wiedergeburt der Henriette von Carlowitz"
Die Restauratorin und Kuratorin Kerstin Krainer vor dem Porträt der Henriette von Carlowitz in der Alten Nationalgalerie. (Foto: DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Er war der größte Porträtkünstler der Aufklärung: Jetzt ist ein Gemälde von Anton Graff (1736-1813) in der Alten Nationalgalerie in Berlin aufwendig restauriert worden.

Zum 1. Europäischen Tag der Restaurierung zeigt das Museum in einer Ausstellung, wie dem 1772 entstandenen Porträt der Henriette von Carlowitz in mehrjähriger Detailarbeit zu neuem Glanz verholfen wurde.

„Museen sind ein bisschen wie Kreuzfahrtschiffe: Man sieht immer nur die schönen Promenaden, aber nicht den Maschinenraum und die Wäscherei“, sagte Ralph Gleis, Leiter der Alten Nationalgalerie, am Mittwoch bei der Vorstellung des Projekts. Deshalb wolle man den Besuchern jetzt näherbringen, welche mühevollen Arbeitsschritte die Restaurierung umfasse und wie viel wissenschaftliche Forschung dahinter stecke.

Der Berliner Sammler Christoph Müller hatte das Gemälde „Henriette von Carlowitz“ vor vier Jahren erworben und schenkte es dem Museum. Das Bild zeigt die 21-jährige Ehefrau eines Kammerherrn am sächsischen Hof. Es gilt als eines der schönsten Damenbildnisse des Hofmalers Anton Graff.

Restauratorin Kerstin Krainer erforschte das Porträt über zwei Jahre lang intensiv. In Detektivarbeit analysierte sie mithilfe von Infrarot, Röntgen und Mikroskop Schäden und spätere Überarbeitungen, die in fast 250 Jahren entstanden. Krainer beseitigte Schmutz und trug fünf alte Schichten Firnis ab - ein Überzug, der die Malerei schützt und ihr Brillanz verleiht.

Interessierte können sich an diesem Sonntag (14. Oktober) auch in anderen Museen, Ateliers und Hochschulen über die Arbeit von Restauratoren informieren.

Internetseite "Tag der Restaurierung"

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