Alexander Koch neuer Chef des Historischen Museums

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Alexander Koch
Alexander Koch (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Berlin (dpa) - Entscheidung in letzter Minute: Neuer Präsident des Deutschen Historischen Museums in Berlin wird der 44 Jahre alte Historiker Alexander Koch. Das Stiftungskuratorium wählte den bisherigen Direktor des Historischen Museums der Pfalz am Dienstag einstimmig zum Nachfolger von Prof. Hans Ottomeyer.

Dieser sollte noch am Abend in den Ruhestand verabschiedet werden. Die Debatte um die Nachfolge an Deutschlands größtem und wichtigstem Geschichtsmuseum hatte für Unruhe gesorgt, weil die Findungskommission erst im Dezember zusammenkam. Eine erste Vorstellungsrunde scheiterte am Mangel geeigneter oder williger Bewerber, eine zweite wurde nötig.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) nannte den nun ernannten Koch einen erfahrenen Museumsmann. „Ich freue mich, dass mit Professor Koch eine junge und innovative Persönlichkeit die Geschicke des Deutschen Historischen Museums leiten, an die bisherigen Erfolge anknüpfen und neue Impulse setzen wird.“

Alexander Koch, Jahrgang 1966, arbeitete nach seiner Promotion in Vor- und Frühgeschichte zunächst am Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz und später im Schweizerischen Landesmuseum in Zürich. 2005 wurde er Direktor und Geschäftsführer der Stiftung Historisches Museum der Pfalz in Speyer. Nach zahlreichen Lehraufträgen wirkt er seit 2009 zudem als Professor am Vorgeschichtlichen Seminar der Universität Marburg.

Das 1987 gegründete Deutsche Historische Museum (DHM) gehört zu den meistbesuchten Museen in Berlin. Träger ist eine Stiftung, die von Vertretern des Bundestags, der Bundesregierung und der Länder kontrolliert wird. Seit 2009 gehört auch die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung zum DHM. Für internationales Aufsehen sorgte zuletzt die Ausstellung „Hitler und die Deutschen“, die sich mehr als 265 000 Menschen ansahen.

Der scheidende Direktor Ottomeyer, der seit 2000 an der Spitze des Hauses stand, hatte in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ kürzlich über die aufwändigen und sich oft widersprechenden Kontrollverfahren geklagt. Die Idee, eine Kultureinrichtung als Stiftung aufzuziehen, habe „der Teufel gesät“.

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