77 Länder bei der Kunstbiennale von Venedig

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Deutsche Presse-Agentur

Auf der 53. Kunst-Biennale Venedig werden sich mehr Künstler aus aller Welt präsentieren als je zuvor. 77 Länder werden vom 7. Juni bis 22. September mit einem eigenen Pavillon in Venedig vertreten sein, darunter zum ersten Mal gemeinsam Israel und der Iran.

Das gab der Biennale-Präsident Paolo Baratta in Rom bekannt. Über 90 Künstler sollen an dem diesjährigen Art-Spektakel teilnehmen. Die Kunstbiennale unter dem Motto „Making worlds“ (Weltenmachen) stelle den kreativen Prozess der Künstler in den Mittelpunkt, erklärte Biennale-Direktor Daniel Birnbaum bei der Präsentation. „Künstler erschaffen Welten, keine Objekte“, fasste Baratta zusammen.

Einhergehend mit der steigenden Teilnehmerzahl verändert sich auch die Ausstellungsfläche der Kunstbiennale. So wird die Bibliothek des Archivs der modernen Künste nach 10 Jahren wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und der historische Sitz der alle zwei Jahre stattfindenden Kunstschau - der Palast „Ca'Giustinian“ - wird komplett renoviert wieder eröffnet. In den neu strukturierten Räumlichkeiten werden unter anderem Werke der deutschen Künstler Wolfgang Tillmans und Ulla von Brandenburg zu sehen sein.

„Die Biennale ist keine Institution wie ein Museum. Hier geht es nicht darum Werke auszustellen, sondern darum, etwas Neues auszuprobieren“, sagte Biennale-Direktor Birnbaum zu seinem Konzept des „Weltenmachen“. „Die 53. Biennale soll eine Präsentation neuer Anfänge werden.“ Birnbaum ist seit 2001 Rektor der Städelschule, der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main und ist der jüngste Direktor in der Geschichte der venezianischen Kunstbiennale.

Bei den Pavillons ist Deutschland in Venedig dieses Jahr mit Werken des britischen Künstlers Liam Gillick vertreten. Der in New York und London lebende Künstler, der seine Karriere unter anderem in Deutschland begann, soll den Beitrag „Die Zukunft verhält sich immer anders“ präsentieren. Betreut wird der Deutsche Pavillon hingegen erneut von Nicolaus Schafhausen, dem Direktor des „Witte de With Center for Contemporary Art“ in Rotterdam. Schafhausen hatte schon 2007 das Konzept für den deutschen Beitrag erstellt.

Den Goldenen Löwen für das Lebenswerk im Rahmen der Kunstbiennale erhalten hingegen dieses Jahr die Japanerin Yoko Ono und der Amerikaner John Baldessari. Ono, die frühere Ehefrau von John Lennon, wird als „Schlüsselfigur der Nachkriegskunst“ und Pionierin auf dem Gebiet der Performance geehrt. Der Kalifornier Baldessari hingegen wird als herausragender Meister der visuellen Kunst ausgezeichnet. Die Preise „an zwei der wichtigsten Künstler unserer Zeit“ sollen am 6. Juni zur Eröffnung der 53. Kunstbiennale überreicht werden.

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