13-Meter-Schlange kroch durch Kolumbiens Dschungel

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Deutsche Presse-Agentur

Die weltweit größte Schlange war mehr als 13 Meter lang und wog so viel wie ein Kleinwagen. Sie lebte nur wenige Millionen Jahre nach dem Aussterben der Saurier in den warmen Dschungeln Südamerikas.

Die versteinerten Knochen der Schlange präsentiert eine internationale Forschergruppe in der britischen Fachzeitschrift „Nature“ (Bd. 457, S. 715) vom Donnerstag. „Ihre Größe übersteigt sogar die Fantasien Hollywoods“, kommentiert Mitautor Jonathan Bloch von der Universität Florida in Gainesville. „Sie ist größer als die künstliche Riesenanakonda, die im Film Jennifer Lopez angriff.“

Das Team um Jason Head von der Universität Toronto (Kanada) fand die riesigen Wirbel in einem Kohletagebau bei Cerrejón im Norden Kolumbiens. Die Schlange lebte vor 58 bis 60 Millionen Jahren und fraß vermutlich Schildkröten und Krokodile, schließen die Wissenschaftler aus Analysen und Funden der gleichen Schicht. Die Knochen ließen auf eine Schlange aus der Verwandtschaft der heutigen Boas schließen.

Nach einer Computeranalyse ermittelten die Forscher die wahrscheinliche Lage der Wirbel im Schlangenkörper und schlossen daraus auf die Größe des Tieres. Demnach muss es nach ihrer eher vorsichtigen Schätzung 13 Meter lang und 1135 Kilogramm schwer gewesen sein. Heutige Boas und Anakondas erreichen nur etwa 7 bis 9 Meter Länge. Das Fossil wurde daher auf den Namen „Titanoboa cerrejonensis“ getauft - etwa: Riesenboa aus der Cerrejón-Region.

Der Fund bietet einen neuen Einblick in eine Zeit der Erdgeschichte, aus der es in dieser Region nur wenige Fossilien gibt. Er bietet auch neue Hinweise auf die Klimageschichte. Der Lebensraum der Schlange ähnelte nach der Analyse weiterer Fossilien den heutigen tropischen Regenwäldern.

Die Größe der heutigen kaltblütigen Schlangen ist sehr eng an ihre mittlere Umgebungstemperatur gekoppelt. Nach der Größe der nun entdeckten Schlange errechneten die Forscher, dass das Klima in Südamerika zu der damaligen Zeit im Mittel mit etwa 30 bis 34 Grad deutlich höher war als heute mit etwa 27 Grad. Die Daten erhärten Klimamodelle, die für die Zeit nach dem Aussterben der Saurier einen starken Treibhauseffekt mit hoher Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre annehmen. Bei einer solchen Temperatur wäre ein heutiger Regenwald nicht mehr lebensfähig, schreiben die Forscher.

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