Ägyptische Schatzkammer in München geöffnet

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Deutsche Presse-Agentur

Mehr als 5000 Jahre alte Schiffe aus Ton, in Stein gemeißelte Stationen aus dem Leben von Königin Nofretete und Schmuck in leuchtendem Gold: Schätze aus den ägyptischen Museen in München und Berlin sind in den kommenden Wochen in München vereint.

Im Rahmen einer Ausstellung im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst sind sie zu sehen. „Was wir hier tun konnten, ist der Traum eines jeden Museums“, sagte Museumsdirektorin Sylvia Schoske zur Eröffnung der Schau in München. Unter dem Titel „Last Exit Munich - Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum in Berlin“ sind bis 30. August 50 altägyptische Kunstwerke aus beiden Städten zu sehen, die sich thematisch ergänzen und damit neue Einblicke in die Nil-Kultur erlauben.

Sämtliche Sammlungen altägyptischer Kunst auf der Welt außerhalb Ägyptens selbst haben laut Schoske ein Problem - sie weisen große Lücken auf. Dies liege unter anderem daran, dass viele der Funde einst in Privatbesitz waren. Seit den 1980er Jahren ist es außerdem verboten, weitere Altertümer aus Ägypten ins Ausland zu verkaufen. Die ägyptischen Museen in Berlin und München arbeiteten deshalb schon seit Jahren zusammen und tauschten sich aus.

Da aber beide Sammlungen bald wieder feste Standorte haben werden - die Berliner im Neuen Museum auf der fertig gestellten Museumsinsel, die Münchner in einem Neubau im Kunstareal - sind die Exponate nun zum letzten Mal vereint. „Als Leihgaben für Ausstellungen andernorts werden sie dann nicht mehr zur Verfügung stehen“, sagte Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) zur Eröffnung.

Begegnungen zwischen den Statuen, Reliefs, Götterbildern und Schmuckstücken gibt es auf mehreren Ebenen. So treffen wie bei den zwei Prinzessinnen-Köpfen aus der Zeit um 1340 vor Christus sehr ähnliche Kunstwerke zusammen, die vermutlich einst im selben Atelier geschaffen und dann getrennt wurden. Zwei Büsten aus der Zeit um 1850 vor Christus zeigen König Sesostris III. als jungen Mann und im Alter.

Gleich am Eingang der Schau sitzen sich zwei sehr ähnlich gestaltete Statuen von Ehepaaren aus beiden Sammlungen gegenüber. Beide Frauen legen ihren Arm um ihren Ehemann. Beide Statuen zeigen damit laut Museum, dass die Frau im alten Ägypten eine deutlich aktivere Rolle spielte als der Mann.

Der ägyptische Botschafter Ramzy Ezzeldin Ramzy lobte zur Eröffnung die Bedeutung der Ägypten-Forschung in Deutschland: „Deutsche Forscher haben einen unschätzbaren Beitrag zu unserer Kunstgeschichte geleistet“, sagte er.

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