Zum dritten Mal Rockavaria

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Weitere Fotos gibt es unter www.schwaebische.de/

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Von der Sportstätte zur historischen Kulisse: Für die dritte Auflage ist das Rockavaria-Festival vom Olympiapark an den Königsplatz umgezogen. Zu Auftritten von Iron Maiden, Arch Enemy, Limp Bizkit und Emil Bulls haben nach Veranstalterangaben insgesamt 35 000 Musikfans vor der klassizistischen Kulisse gefeiert. Die Toten Hosen hatten ihren Auftritt kurzfristig absagen müssen, Sänger Campino hatte einen Hörsturz erlitten. Stattdessen rückten Limp Bizkit auf den Headliner-Platz am Sonntag.

Sonderstatus für Iron Maiden

Es gibt Dinge, die kann sich nur eine Band in der Größenordnung von Iron Maiden erlauben. Etwa T-Shirts mit dem eigenen Bandnamen zu tragen oder den Sänger in aberwitzigen Kostümen über die Bühne springen zu lassen, ohne dafür belächelt zu werden. Die britischen Metal-Veteranen um Sänger Bruce Dickinson waren das Zugpferd am ersten Festivaltag. Sie lieferten genau das, was die Fans erwarten – jede Menge Klassiker aus der jahrzehntelangen Bandgeschichte und ein stetig wechselndes Bühnenbild. Da schwebte zu Beginn ein Jagdflugzeug bedrohlich über der Bühne, dann kämpfte Dickinson gegen den um etliche Köpfe größeren „Trooper“ und später hing ein silberner Ikarus hinter den Musikern („Flight of Icarus“). Die Songauswahl hatte die Band schon im Vorfeld veröffentlicht. So war den Fans von Beginn an klar, dass die Show mit „Aces High“ beginnt und „Run to The Hills“ endet. Anders kann so eine durchgetaktete Show wohl auch gar nicht funktionieren.

Mit weniger Deko waren zuvor Arch Enemy auf der Hauptbühne ausgekommen. Die schwedische Melodic Death Metal Band um die kanadische Sängerin Alissa White-Gluz lieferte bei Sonnenschein düstere Klänge. Die Frontfrau konnte mit ihrem gutturalen Gesang so einige Festival-Besucher verblüffen.

Kompakter als am früheren Veranstaltungsort ist das Rockavaria 2018 ausgefallen: Gefeiert wurde an zwei statt drei Tagen, mit Musik von zwei statt drei Bühnen, auf einem Gelände, das nach Meinung vieler Festivalgänger noch Optimierungsbedarf hat. Online machten die Besucher ihrem Ärger über die zu geringe Toilettenzahl, die zu kleine Kapazität der zweiten Bühne und über das Verbot des Wiedereinlasses Luft. Wofür die Veranstalter allerdings weitgehend Zuspruch ernteten, war der Umgang mit der kurzfristigen Absage der Toten Hosen. Die Konzertgänger konnten sich entscheiden, ihr Sonntagsticket komplett zurückzugeben oder eine Teilerstattung für den ausgefallenen Headliner zu bekommen.

Tanzbare Songs

Ordentlich tanzbar fiel der Sonntag trotzdem aus. Nachdem am Nachmittag die Crossover-Pioniere Dog Eat Dog das Publikum zu Titeln wie „Rocky“, „Expect The Unexpected“ und „No Fronts“ animierten, ging es mit Emil Bulls aus München und ihrem aktuellen Album „Kill Your Demons“ brachialer weiter. Die Donots vermischten im Anschluss gewohnt Musik und Politik.

Fred Durst und seine Band Limp Bizkit luden zum Abschluss noch zur großen Nu-Metal-Party. Da durfte keiner der großen Hits der Band („Rollin’“, „My Way“, „Nookie“, „Take A Look Around“) fehlen. Und weil ja auch andere Musiker gute Songs geschrieben haben, coverte der Entertainer mal die White Stripes, mal Nirvana und mal Rage Against The Machine. Nur von den Toten Hosen spielte er nichts – das hatten zuvor ja schon die Donots übernommen.

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