Was es 2019 zu sehen gibt: eine Vorschau auf große Ausstellungen

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Das Städel in Frankfurt präsentiert vom 23. Oktober 2019 bis 16. Februar 2020 das Werk Vincent van Goghs – hier ein Ausschnitt a
Das Städel in Frankfurt präsentiert vom 23. Oktober 2019 bis 16. Februar 2020 das Werk Vincent van Goghs – hier ein Ausschnitt aus seinem Selbstporträt von 1887. (Foto: Städelmuseum Frankfurt)
Deutsche Presse-Agentur

Das neue Ausstellungsjahr verspricht manches Highlight. Eines steht jetzt schon fest: 2019 wird das große Bauhausjahr. Die berühmte Schule, die die Kunst-, Design- und Architekturwelt umkrempeln sollte wie keine andere, wurde vor 100 Jahren in Weimar gegründet. Die 14 Jahre bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten reichten aus, um dem Bauhaus-Stil dauerhaften Einfluss zu sichern. Infos zum umfangreichen Jubliäumsprogramm finden sich unter www.bauhaus100.de. Ausstellungen mit bekannten und vergessenen Bauhaus-Originalen gibt es unter anderem in der Berlinischen Galerie (ab 6. September). Auch die Staatsgalerie Stuttgart steigt hier ein. Für „Weissenhof City“ (7. Juni) setzen sich mehrere Künstler mit dem Bauhaus auseinander.

Das Highlight des Jahres in der Staatsgalerie ist jedoch ein anderes Thema: „Die jungen Jahre der Alten Meister“, womit in diesem Fall „Baselitz – Richter – Polke – Kiefer“ gemeint sind (12. April). Und im Kunstmuseum am Schlossplatz wird die Op Art mit ihren optischen Täuschungen als „Geschichte des Schwindels 1520-1970“ gefeiert (23. November).

Vom Bauhaus bis Grien

Nicht wenige Ausstellungen bejubeln einen bestimmten Künstler. Sehr selten konzentriert sich mal eine auf die Schattenseiten. Insofern ist es etwas Besonderes, wenn sich die Staatlichen Museen zu Berlin im nächsten Jahr der Verstrickung Emil Noldes in den Nationalsozialismus widmen. Noldes Kunst wurde von den Nationalsozialisten als „entartet“ abgelehnt, weshalb dieser nach 1945 als „verfolgter Künstler“ Triumphe feiern konnte. Tatsächlich aber war der Maler ein glühender Anhänger „germanischer Kunst“, bekennendes NSDAP-Mitglied, Antisemit und Hitler-Bewunderer. Die Schau „Eine deutsche Legende. Emil Nolde im Nationalsozialismus“ läuft im Hamburger Bahnhof (12. April).

Das Städel in Frankfurt bereitet derweil die „größte und aufwendigste Präsentation seiner Geschichte“ vor: die große Vincent-van-Gogh-Ausstellung (23. Okober). „Making van Gogh“ thematisiert erstmals „die besondere Rolle, die deutsche Galeristen, Sammler, Kritiker und Museen für die Erfolgsgeschichte des Vorreiters der modernen Malerei spielten“. Van Gogh (1853-1890) gilt als der verkannte Künstler schlechthin, da er zeitlebens nur einige wenige Bilder verkaufte.

In Basel fiebert man derweil einem anderen Kunstereignis entgegen: einer Schau zum jungen Picasso. Die Fondation Beyeler versammelt hierfür eine bisher ungesehene Zahl an Werken des spanischen Malers (1881-1973) aus der blauen und rosa Periode unter einem Dach. Die Ausstellung konzentriert sich auf die Zeit, bevor Picasso den Kubismus entdeckte. Eine bessere Gelegenheit, seine künstlerische Entwicklung nachzuvollziehen, wird sich vorerst nicht wieder bieten (3. Februar).

Von Basel aus ist Zürich nicht weit. Das Kunsthaus feiert mit einer großen Themenausstellung 50 Jahre Mondlandung. „Fly Me To The Moon“ verspricht einen spannenden Streifzug durch die Geschichte künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Mond - von der Romantik bis zur Gegenwart (5. April).

Freunde der zeitgenössischen Kunst kommen wie immer im Kunsthaus Bregenz auf ihre Kosten. Highlight ist die große Sommerausstellung mit Arbeiten des wohl bedeutendsten deutschen Bildhauers der Gegenwart: Thomas Schütte. In Bregenz wird erstmals eine noch im Guss befindliche Plastik zu sehen sein. Seine vielfältigen Skulpturen werden aber nicht nur im Kunsthaus, sondern auch an verschiedenen Orten im öffentlichen Raum präsentiert.

Zurück nach Deutschland. In München rückt die Alte Pinakothek Anthonis van Dyck (1599-1641) in den Mittelpunkt. Der Künstler konnte Frauen so schön malen, dass sein Atelier als „Schönheitssalon“ bekannt war. Nach seinem Lehrmeister Peter Paul Rubens war kein anderer Meister derart stilbildend für Opulenz, Vitalität und theatralische Dynamik des flämischen Barock. In der großen Übersichtsausstellung soll deutlich werden, wie sich van Dyck vom übermächtigen Rubens löste und in Anlehnung an italienische Meister seinen eigenen Stil entwickelte (25. Oktober).

Apropos Alte Meister. Die Große Landesausstellung in der Kunsthalle Karlsruhe widmet sich dem außergewöhnlichen Renaissance-Künstler Hans Baldung Grien (1484-1545). Der in der Region verwurzelte, aber auch international bekannte Maler soll „so vollständig wie möglich“ präsentiert werden. Dafür werden erstmals die bedeutenden Karlsruher Bestände mit hochkarätigen internationalen Leihgaben zusammengeführt (30. November).

Einen faszinierenden Blick nach Afrika wirft die Kunsthalle Tübingen. Die Ausstellung „Congo Stars“ versammelt Arbeiten von rund 70 kongolesischen Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart (9. März).

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