Was das Fernsehjahr 2021 bringt

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Im Dokudrama „Die Liebe des Hans Albers“ hetzen SA-Schergen gegen die Beziehung des UfA-Stars zu seiner Freundin, der Jüdin Hans
Im Dokudrama „Die Liebe des Hans Albers“ hetzen SA-Schergen gegen die Beziehung des UfA-Stars zu seiner Freundin, der Jüdin Hansi Burg. Hans Albers wird von Ken Duken gespielt, Hansi Burg von Picco von Groote. (Foto: NDR/Zeitsprung Pictures/Michael Ihle)
Cornelia Wystrichowski

Deutschland wählt einen neuen Bundestag, die Fußball-EM soll nachgeholt werden, die „Sendung mit der Maus“ wird 50 und das „Dschungelcamp“ geht in Deutschland statt in Australien über die Bühne: Das Fernsehprogramm wird 2021 von vielen großen und kleinen Ereignissen geprägt sein.

Es wird dabei zwar immer noch im Zeichen der Corona-Pandemie stehen, die das Bildschirmgeschehen schon 2020 mit Sondersendungen, Shows ohne Studiopublikum und entfallenen Großereignissen enorm geprägt hat. Insgesamt wird es 2021 aber wohl weniger pandemiebedingte Lücken im Programm geben als zunächst befürchtet. „Derzeit verzeichnet das ZDF keine programmlichen Ausfälle und kann viele Highlights in den nächsten Monaten zeigen“, sagt etwa ZDF-Sprecherin Cordelia Gramm, und auch die anderen großen Sender blicken dem neuen Jahr zuversichtlich entgegen.

Im Januar schicken ARD und ZDF zunächst zahlreiche Spielfilme ins Rennen – das dürfte vielen Zuschauern gelegen kommen, da in diesem Winter Daheimbleiben statt Skiurlaub angesagt ist: Die ARD zeigt unter anderem „Ferdinand von Schirach: Feinde“ (3. Januar), einen Zweiteiler, der einen Strafprozess aus zwei Blickwinkeln erzählt, das Dokudrama „Die Liebe des Hans Albers“ (6. Januar) über das Verhalten des Filmidols in der Nazizeit und das Regiedebüt von Schauspielstar Bjarne Mädel, „Sörensen hat Angst“ (20. Januar. Das ZDF setzt auf „Waldgericht – Ein Schwarzwald-Krimi“ (4. Januar) mit Jessica Schwarz, außerdem darf Hans Sigl als Bergdoktor (7. Januar) wieder Wunden heilen und Herzen brechen.

Ein erster Höhepunkt des Fernsehjahres ist traditionsgemäß das Kakerlaken-Spektakel „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“. Weil die Show nicht in Australien gedreht werden kann, sendet RTL ab 15. Januar ein Ersatzformat aus einem Kölner TV-Studio.

Andere Events, die 2020 wegen der Pandemie ausgefallen sind, sollen 2021 nachgeholt werden. Dazu zählt das einmalige Comeback von Thomas Gottschalks „Wetten, dass…?“, die Fußball-EM und die Olympischen Spiele. Die Sportereignisse werden, wenn nichts dazwischen kommt, im Sommer das Programm dominieren.

Etliche Sendungen erinnern 2021 an den Bau der Mauer im August vor 60 Jahren – so ist etwa die dritte Staffel der Historienserie „Charité“ (ARD, 12. Januar) vor dem Hintergrund jener Zeit angesiedelt, und der Eventfilm „3 ½ Stunden“ schildert den 13. August 1961 aus der Sicht der Reisenden des Zugs von München nach Ost-Berlin. Die Politik spielt im neuen Jahr generell eine große Rolle, schließlich wird 2021 ein Superwahljahr mit mehreren Landtagswahlen und den Bundestagswahlen. Sogar viele Privatsender bauen in diesen Krisenzeiten, in denen das allgemeine politische Interesse explodiert ist, nicht nur auf Unterhaltungsformate wie die neue Spielshow „Murmel-Mania“ (RTL) oder das Puppenspektakel „Masked Singer“ (Pro Sieben). So dreht Stefan Aust für den RTL-Streamingdienst TV Now einen Vierteiler über die scheidende Kanzlerin Angela Merkel, außerdem plant die Plattform ein Dokudrama über den Fall Wirecard.

Entwarnung gibt es von den „Tatort“-Machern, denn obwohl beim ersten Lockdown viele Dreharbeiten auf Eis lagen, ist der Nachschub gesichert: „Nach heutigem Stand wird es im nächsten Jahr nicht weniger „Tatort“-Erstausstrahlungen geben“, sagt WDR-Sprecherin Lena Schmitz. In der Krimireihe werden einige neue Gesichter auftauchen. Radio Bremen schickt im Mai ein neues Ermittlertrio ins Rennen und in Dortmund tritt eine neue Kommissarin ihren Dienst an. 2021 feiert außerdem der „Polizeiruf 110“ Jubiläum, der 1971 als Antwort des DDR-Fernsehens auf den „Tatort“ gestartet war. Zum 50. Geburtstag ermittelt Charakterdarsteller Peter Kurth einmalig als Kommissar in Halle. Auch Deutschlands beliebtestes Nagetier wird 50: Zum Jubiläum der „Sendung mit der Maus“ läuft am 6. März eine große Samstagabendshow.

Das ZDF strahlt im ersten Quartal „Ku’damm 63“ aus, die dritte Staffel der Erfolgsserie über eine Berliner Tanzschule, ein „Stubbe“-Spezial (30. Januar) zum 75. Geburtstag von Wolfgang Stumph und die Serie „Tod von Freunden“ (7. Februar) mit Jan Josef Liefers. Die ARD hat für den weiteren Jahresverlauf beachtenswerte Fernsehfilme auf der Agenda stehen, darunter „Zero“ (ARD) mit Heike Makatsch über die Risiken des digitalen Zeitalters, den Vierteiler „Die Toten von Marnow“ über Medikamenten-Versuche in der DDR oder ein Dokudrama über Rex Gildo. Auch interessant: Die aufwendige Netflix-Romanverfilmung „München“ mit Liv Lisa Fries („Babylon Berlin“) über das Treffen von Hitler und Mussolini.

Das vielleicht spektakulärste Fernsehereignis wird 2021 aber bei Amazon laufen: Sofern der Zeitplan eingehalten wird, startet die Serie „Herr der Ringe“. Das Prequel zu den erfolgreichen Kinofilmen gilt mit einem Budget von mehr als einer Milliarde US-Dollar als die teuerste Serie aller Zeiten.

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