Warum ich nicht ins Theater gehe

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Warum ich nicht ins Theater gehe
Warum ich nicht ins Theater gehe (Foto: Roland Rasemann)
Schwäbische Zeitung

Am Theater Konstanz versteht man sich auf das PR-Geschäft. Will man allerdings mit George Taboris „Mein Kampf“ in der heutigen Theaterlandschaft noch Furore machen, muss man sich was einfallen lassen. Tatsächlich könnte das dem kleinen Theater mit seiner nun geplanten Aktion wieder gelingen.

Einmal mit dem Termin. Die Premiere zu Hitlers Geburtstag anzusetzen, ist originell. Pardon, verehrte Leserinnen und Leser, auf diese Einschätzung gelange ich aus Verlegenheit, da meine anderen Formulierungen justiziabel wären.

Die nächste Idee, Davidsterne und Hakenkreuzbinden auszugeben, halte ich für unfasslich. Ich möchte keinen Abend mit einem Publikum verbringen, das genötigt wird, sich als Juden und Nazis zu kostümieren. Ein solches Ansinnen finde ich hochdosiert anmaßend und dumm.

Sehr geehrter Herr Professor Nix, ich wünsche Ihnen einen „schönen Theaterabend“ und beglückwünsche Sie dazu, dass Sie das Original Ihrer Imitation nicht erleben mussten. Mich werden Sie in Ihrem Theater nicht sehen.

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