TV-Kritik: Tonio und Julia – Kneifen gilt nicht

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Klischees vor Alpenkulisse
Klischees vor Alpenkulisse (Foto: colourbox)
Christine King

Formate wie „Der Bergdoktor“, „Die Rosenheim-Cops“ oder „Lena Lorenz“ zeigen es: Berge gehen immer. Und spätestens seit „Um Himmels willen“ ist klar, dass dies auch Geschichten rund um Pfarrhaushalte und Kirche tun. Was liegt also näher als beides mit altbewährten Themen wie Liebe, Tiere und Kinder zu kombinieren und eine neue Serie daraus zu stricken.

Genauso haben es die Macher von „Tonio und Julia“ getan. Mit einer großen Portion Kitsch versehen, steht das Gerangel eines katholischen Priesters (Maximilian Grill spielt Tonio) und einer aus Berlin in ihre Heimat zurückgekehrte Familientherapeutin (Oona Devi Liebich als Julia) im Mittelpunkt. Delikates Detail: Der Gottesmann – die Betonung liegt absichtsvoll auf Mann – und die flotte Psychologin waren früher ein Paar. Und deshalb knistert es immer noch gewaltig zwischen den beiden, was diese zu ignorieren versuchen. Ihr erster Fall führt sie zum Lechnerhof, wo der Bauer (immerhin sehenswert: Eisi Gulp) gewalttätig ist und Sohn und künftige Schwiegertochter quält.

Alles in allem ist das ganze Konstrukt sehr bemüht und außerdem höchst klischeebeladen. Ob die harmlose Familienunterhaltung, die in Sachen Humor, Spannung, Action und Anspruch durchaus noch Luft nach oben hat, weiterläuft, bleibt abzuwarten. Und ist zu befürchten.

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